Von Kameras und Schnittplätzen

Wie sehen die Berufsbilder im technisch-kreativen Bereich aus?




Was ist technisch-kreative Gestaltung bei Film, Fernsehen und Radio?

Die Elemente Bild, Ton, Licht und Schnitt sind entscheidende Bestandteile jeder audiovisuellen Produktion.

Aufbau und Rhythmus von Bildern, Ton und Licht prägen oder bestimmen entscheidend die Wirkung auf jeden Zuschauer / Betrachter. Ohne die Auslöser immer genau benennen zu können, nimmt er während des Sehens Haltungen ein oder durchläuft verschiedene Stimmungen und Gefühle:
- Bedrohung oder Harmonie
- Nähe oder Distanz zur Handlung oder zu den einzelne Figuren (oder auch Interviewpartner)
- Vertrauen oder Zweifel, Empfindung von "Logik" und "Authentizität" oder von Skepsis
- Schreck oder Verwirrung
- Rührung, Ekel oder Lachen
Jedes Mal, wenn während des Sehens Haltungen oder Gefühle entstehen, war eine bestimmte Art der Kamera-, Licht- und Tonarbeit im Spiel, die Atmosphäre erzeugt und die Aufmerksamkeit gelenkt hat. Ob das Geschehen als "rasant" oder "ruhig", "verwirrend" oder "nachvollziehbar" empfunden wird, hängt davon ab, wie der Film "strukturiert" ist, welche Bilder aufeinander folgen - also: Wie der Schnitt konzipiert wurde.
Natürlich sind Inszenierungsaufwand und -freiheit bei einer "szenischen" Produktion (Spielfilm und Serie, aber auch Werbefilm und Musikclip) größer als z.B. bei Dokumentationen oder Nachrichtenbeiträgen. Dennoch werden auch für eine "objektive" Berichterstattung Ausschnitte festgelegt, Lichtverhältnisse verändert und am Ende nur bestimmte Bilder ausgewählt. Auch hier gibt es eine von der Redaktion oder dem Konzeptioner beabsichtigte Kernaussage, für die eben nur bestimmte, vielleicht sogar manipulierte Ausschnitte aus der aufgenommenen "Wirklichkeit" passen.
Vor den Dreharbeiten müssen Kameraleute, Beleuchter und Tontechniker das erforderliche Equipment (Kameras und Zubehör, Lichtequipment, Mikrophone) auswählen. Während der Dreharbeiten arbeiten die Mitarbeiter der Bereiche Kamera, Licht und Ton eng zusammen. Gemeinsam müssen sie dafür sorgen, daß die Ideen von Regie bzw. Redaktion umgesetzt werden können. Bei szenischen Produktionen müssen auch die Belange von Szenenbildnern, Requisiteuren und Masken- bzw. Kostümbildnern berücksichtigt werden: Alle diese Bereiche arbeiten daran, daß später der Blick des Zuschauers genau das beachtet, was hervorgehoben werden sollte.
Cutter arbeiten nach Abschluß der Aufnahmearbeiten vor allem mit der Regie bzw. mit der Redaktion zusammen: Hier werden die Bild- und Tonmaterialien gesichtet und ausgewählt, Rhythmus und Stimmung des Films / des Beitrags bestimmt. Außerdem werden möglicherweise Bilder bearbeitet und durch zusätzliche Elemente ergänzt (Musik, Tricksequenzen, Grafiken etc.). Bei Studioproduktionen (Live oder Aufzeichnung) geht es vor allem um die Bildmischung, d.h. Auswahl und Zusammenführung von Bildern der verschiedenen Kameras nach Anweisung der Regie, aber auch um die Einarbeitung eventueller Untertitel ("inserts") oder Trickeffekte (Logos etc)

 Umfang der technisch- kreativen Gestaltung

Wie hoch der "kreative" Spielraum bei der technischen Realisation tatsächlich ist, hängt immer von mehreren Faktoren ab:
Zeitvorgaben z.B. Tagesaktualität, Abgabetermine, knappes Budget
"Format" z.B. Szenische Produktion, Liveübertragung z.B. Sport, Nachrichten
Qualifikation Die Beherrschung der jeweiligen Geräte oder Softwareprogramme ist eine wichtige Voraussetzungen für die Mitarbeit im technisch-kreativen Bereich. Ob man die Entwürfe (das Design) vorgeben kann, die technischen Systeme zusammenstellt und aufbaut oder nur spezielle Geräte bedient("Operator"), hängt von dem individuellen Kenntnis- und Ausbildungsstand bzw. dem gestalterischem Gespür ab.
Unternehmen Sehr spezialisierte Unternehmen bzw. aufwendige Produktionen benötigen meist eine große Anzahl von Spezialisten, die arbeitsteilig und hochqualifiziert arbeiten. Auf der anderen Seite besteht in vielen Medienunternehmen ein Bedarf an vielseitig einsetzbaren technisch-gestalterischen "Generalisten" für den Mittelbau, die grundlegende Kenntnisse der zeitgemäßen technischen Systeme haben, diese aber weder reparieren müssen noch "Oscar"reife Spezialprodukte damit designen sollen.

 Technische Entwicklung

An dieser Stelle müssen einige dringende Anmerkungen zum einem Thema "Technischer Wandel" gemacht werden: Der immer immer noch andauernde technische Veränderungsprozeß (Stichwort "Digitalisierung") hat insbesondere im Bereich der Bildbearbeitung und der Bildaufnahme dazu geführt, daß zur Zeit für die Herstellung der unterschiedlichen Medienprodukte auch unterschiedliche technische Formate und Geräte eingesetzt werden. Und das hat dramatische Konsequenzen für die Arbeitsplätze, die Berufsaussichten und das Selbstverständnis der einzelnen.
Für Kamera und Schnitt bedeutet dies im wesentlichen:
DEN Kamera- oder Schnittberuf gibt es nicht. In der Produktion von Spielfilmen werden (noch) andere Kameras und andere Schnittsysteme eingesetzt als in den Bereichen Dokumentation, Werbefilm und vor allem News.
Im Bereich Schnitt kann man allerdings jetzt schon feststellen, daß computergestützte (digitale) Bearbeitungssysteme sich auch im Spielfilmbereich gegen die eher handwerkliche Arbeit am "Schneidetisch" (analog) durchsetzen.
Für die Kameraarbeit gilt noch immer ein Nebeneinander unterschiedlicher System (35 oder 16mm-Kamera für Film, Videokamera für Aktuelles und Dokumentation und neuerdings auch die Kamera mit integrierter Speicherplatte).
Auch wenn es schwierig ist, gesicherte Prognosen über die Dauer dieser Übergangszeit und das Ende der Entwicklung abzugeben: Jeder Einsteiger in den technisch-kreativen Bereich muß sich über die weitere Entwicklung auf dem laufenden halten und auch damit rechnen, daß er "zwischen den Formaten" auf harte Konkurrenz- und Abgrenzungsprobleme stoßen wird. 

Aufgaben des Designs

Je nach Aufgabenstellung kann es für Designer in den Medien um die künstlerische Auseinandersetzung mit Gestaltungsprinzipien gehen; dann etwa wenn ein komplettes Produkt oder ein Teilbereich neu entwickelt und konzipiert wird. Aufträge für Designer reichen von kleineren Änderungs- und Modernisierungsaufgaben für das optische Auftreten einer Firma bis zur Erfindung oder Simulation ganzer künstlicher (virtueller) Welten oder 3D-Animationen. in den meisten Fällen allerdings wird Design dort eingesetzt, wo ein bestimmtes Produkt aus dem audiovisuellen, Print- oder Multimedia-Bereich im Hinblick auf einen Zweck und einen Nutzer geplant wird. Je nach Medium werden bereits vorhandene Elemente wie z.B. Texte, Fotos, laufende Bilder, Töne, Graphiken und Animationen verwendet oder neu entwickelt.

Hauptaspekt bei der Entscheidung für ein vorgelegtes Design-Konzepten ist dann in der Regel die gewünschte Wirkung auf die bekannten oder unbekannten Anwender, also die Funktionalität. Welche Wirkung mit welchen Mitteln erzielt werden soll, hängt von vielen Faktoren ab (Auftraggeber, Zielpublikum, finanzieller Rahmen etc.). Aber selbst für extrem unkonventionelle und experimentelle Konzepte gilt: Es gibt Gestaltungsregeln und Wahrnehmungsprinzipien, die man lernen, anwenden und nutzen muß. Selbst wenn ich gegen diese Regeln verstoßen will, um zum Beispiel neue Formen zu entwickeln, funktioniert dies nur, wenn ich die Gesetzmäßigkeiten, gegen die ich verstoße, kenne und aktuell verfolge. 

Gestaltungbeispiele

Ein einfaches Beispiel aus der Printmedien-Gestaltung:

Linksbündige Ausrichtung:
Font (Schrifttyp): Arial

Das Auge des Betrachters bzw. Zuschauers ist an bestimmte Erscheinungsformen gewöhnt. Texte werden normalerweise von links nach rechts gelesen und nicht umgekehrt. Deshalb werden sie auch linksbündig gesetzt.

Rechtsbündige Ausrichtung:
Font: Book Antiqua

Das Auge des Betrachters bzw. Zuschauers ist an bestimmte Erscheinungsformen gewöhnt. Texte werden normalerweise von links nach rechts gelesen und nicht umgekehrt. Deshalb werden sie auch linksbündig gesetzt.



Zentrierte Ausrichtung:
Font: Comic Sans MS

Das Auge des Betrachters bzw. Zuschauers ist an bestimmte Erscheinungsformen gewöhnt. Texte werden normalerweise von links nach rechts gelesen und nicht umgekehrt. Deshalb werden sie auch linksbündig gesetzt.


Was hier noch in der rechtsbündigen bzw. zentrierten Ausrichtung durchaus lesbar und vielleicht originell wirkt und beispielsweise die Aufmerksamkeit für eine Anzeige erhöht, wäre bei längeren Texten unlesbar und deshalb am Ziel vorbeigegangen (es sei denn, das Ziel war die Verstörung). Aber auch in einer Anzeige würden ungewollte Irritationen ausgelöst, wenn mit einer verspielten Gestaltung für ein Bestattungsunternehmen oder für ein neues Mittel gegen Kinderlähmung geworben würde. Dasselbe gilt natürlich für die Wahl des Schrifttyps (Font), die Farbgestaltung und die Auswahl anderer graphischen Elemente - nicht nur im Printbereich.
 
Anforderungen an die Designer

Durch die zunehmende Vielfalt von Medienangeboten ist auch die Herausforderung an die Design-Aufgaben gestiegen. Die alten und neuen Anbieter aller Medien müssen sich stärker voneinander abheben, die Nutzer müssen sich innerhalb immer unübersichtlicherer und zahlreicherer Informationen orientieren, traditionelle Inhalte werden in visuelle Medien übertragen (Lexika und Unterrichtsmaterialien auf CD-Rom, Versandhauskataloge im Internet etc.). Bei dem Transport dieser alten und neuen Inhalte spielt die Visualisierung, die gezielte und komprimierte Darstellung von Sachverhalten, die schnelle und übersichtliche Orientierung "auf einen Blick" eine immer größere Rolle. Dies gilt sowohl für den Printbereich als auch für AV- und Multimedia-Produkte.
Aufgabe des Designs ist es, einem möglichen Publikum klare visuelle Angebote zu machen, dem Nutzer die selektive und bequeme Handhabung zu ermöglichen und dabei Aufmerksamkeit zu erregen und diese so lange wie möglich zu halten. Die Mittel, dies zu erreichen, sind häufig klassisch bis uralt: Mal ist Übertreibung in, mal Understatement, mal Provokation und kurz darauf wieder Purismus und Enthaltsamkeit. Wer sich ernsthaft für Design interessiert und über den eigenen Horizont (oder den der momentanen Geldgeber) sehen will, wird die Prinzipien und Gestaltungsregeln der "alten" Medien nicht ignorieren können. So verlockend und effektiv der Umgang mit der immer leichter anzuwendenden vorgefertigten Layout-Software (z.B. Quark, Pagemaker etc.) ist: die meisten gestalterischen Regeln haben eine lange Tradition hinter sich und sind immer noch wirksam und hochinteressant. In allen Bereichen visueller Gestaltung und darstellender Kunst trifft man auf die gleichen fundamentalen Gesetze und Themen. Nur die Mittel, mit denen sie realisiert werden, wechseln von Zeit zu Zeit. Gute Gestalter, die hier am Ball bleiben wollen, werden unabhängig von den jeweiligen technischen Möglichkeiten und gestalterischen Trends versuchen, in größeren Zusammenhängen zu denken und zu gestalten und sich für Anregungen aus allen - auch scheinbar "alten" - Medien offen zu halten. 

Wichtige Gestaltungskriterien

Lesbarkeit/Verständlichkeit/Orientierung

Schrifttyp, Größe der Buchstaben, Spaltenbreite und Zeilenabstand können die Lesbarkeit vereinfachen oder (versehentlich oder bewußt) erschweren, klare Strukturen im Aufbau erleichtern die Orientierung. Schon beim Überfliegen einer Seite sollten die Leser möglichst schnell die Informationen (egal ob in Text- oder Bildform) finden, nach denen sie suchen. Dies gilt natürlich auch für TV-Design: Namen von Sprechern ("Bauchbinden") und Bildunterschriften müssen auf einen Blick verständlich sein, ohne von den Bildern abzulenken. Unterbrechungen durch Eigenwerbung und Jingles des Senders müssen sich von den Bildern und Schriften des laufenden Programms abheben oder genau zu diesen passen (beides kann gewünscht sein). Unterschiedliche Sendeformate haben unterschiedliche Logos, Schriftzüge und Hintergründe (News / Magazine / Shows etc.). Ganze Sender geben sich ein neues optisches Erscheinungsbild vom Logo bis zur Ästhetik der einzelnen Programmankündigung.

Stil der Firma und des Produkts

Die optische Gestaltung beispielsweise einer Zeitschrift oder eines Magazins ist viel mehr als Dekoration. Die Aufmachung eines Printmediums - vom Titelblatt bis zu den einzelnen Seiten - entscheidet darüber, welche Interessenten sich mit welchen Erwartungen angesprochen oder ausgeschlossen fühlen. Gut gemachte Blätter vermitteln schon auf den ersten Blick, welches Lebensgefühl, welche Ästhetik, welches Bedürfnis hier befriedigt werden soll. Die Art Directorin einer Werbeagentur wird auch ohne den Namen Allegra, Marie Claire oder Vogue allein durch den ersten optischen Eindruck erkennen, ob eine Zeitschrift eher in Richtung Das Goldene Blatt geht - umgekehrt gilt natürlich das gleiche.
Und der Käufer der FAZ oder der ZEIT - selbst wenn er sein Bedürfnis nach Bildern und Lifestyle regelmäßig mit FIT FOR FUN oder MAX deckt -, wäre irritiert, wenn sein "seriöses" Informationsmedium plötzlich mit einem optisch kunterbunten und jugendlichen Lifestyle-Image erscheinen würde. Der visuelle Auftritt eines neuen Produkts, aber auch die Umgestaltung eines Traditionsprodukts braucht deshalb immer gute und erfahrene Designer, die einschätzen und berechnen können, wie viele scheinbar seriöse und inhaltliche Faktoren eng mit dem angeblich so oberflächlichen Äußeren verbunden sind. Die Entscheidung darüber, ob Telefonhäuschen gelb oder violett sein müssen, welchen Schriftzug die Deutsche Bahn hat oder ob Polizisten grüne oder rosafarbene Uniformen tragen, verunsichert ganze Generationen und beeinflusst Entscheidungen in der ersten Sekunde: Fühlen Sie sich in einer Notsituation sofort "in Sicherheit", wenn ein Mann in rosa Uniform auftaucht, auf der groß POLIZEI steht? Greifen Sie Montags zu der Zeitschrift, auf der DER SPIEGEL steht, wenn sie das Format der ZEIT hat und keine Bilder auf der Titelseite sind? Und bleiben Sie dran, wenn Sie in EXPLOSIV- Laune sind und plötzlich Fritz Pleitgen mit seinem üblichen Gesichtsausdruck im Setting vom PRESSECLUB die Themen ansagt?

Weitere Elemente: Ton

Der Bereich Ton nimmt in der Gestaltung einen besonderen Stellenwert ein. Vom Einsatz des Tons bei Film und Fernsehen (sound design) bis hin zum rein akustischen Medium Hörfunk gilt es, die Wirkung von Klängen, Geräuschen und Stimmen zu kennen und sinnvoll einzusetzen. Ziel ist hier ebenso wie bei den visuellen Gestaltungsmöglichkeiten, Stimmungen zu erzeugen, Konzentrationsdauer abzuschätzen und Aufmerksamkeit zu lenken. Auch bei der Tongestatlung geht es also - wenn auch mit akustischen Mitteln - darum, unterschiedliche Elemente (Dialoge und Handlungsstränge, Moderation, Interview, Life-Einspielung, Musik, Jingles, Klangcollagen und natürlich Pausen) so zu mischen und zu gewichten, daß die Nutzer sich zurechtfinden und "dranbleiben". Um dies zu erreichen sind auch hier die Erfahrung und die Beherrschung der Gestaltungsprinzipien grundlegend. 

Stichwort MULTIMEDIA

Aufgrund der technischen Entwicklung ist es möglich, immer mehr unterschiedliche Elemente und Medien zusammenzuführen und neu zu kombinieren. Das Ergebnis heißt

Neu daran sind allerdings nicht die einzelnen zusammengeführten Elemente (Töne, laufende und stehende Bilder, Grafiken, Tricksequenzen und natürlich Text). Die gab es auch schon vor Multimedia, und sie werden nach wie vor von den entsprechenden Fachleuten für Grafik, Film, Animation etc. hergestellt.
Auch die Zusammenführung verschiedener Elemente auf einer Plattform - dem Computer ist nicht wirklich neu: Auch die Printmedien und das Fernsehen verknüpfen halbwegs sinnvoll mehrere, teilweise unabhängig voneinander produzierte Elemente aus selbst erstellten Bildern, Archivmaterial, eingeblendeten Grafiken und Tricksequenzen.
Die wichtigste Anforderung an Multimedia-Macher ist es wohl, eine immer größere Auswahl von einzelnen Medienprodukten sinnvoll miteinander zu kombinieren und dabei zunehmend dem Benutzer zu überlassen, was er sich aussucht (was er anklickt). Außerdem muß der Multimedia-Fachmensch - wie ein Moderator - dafür sorgen, daß die Computer-Oberfläche, so gestaltet ist, daß der Benutzer sich stets orientieren kann und einen Überblick darüber hat, welche Elemente er warum anklicken kann - und was passiert, wenn er sie anklickt. Und das ist wiederum eine gestalterische Anforderung an Übersichtlichkeit, Konzept, Ordnung, Verständlichkeit usw.
Wer sich ohne Kenntnis der "alten" Medien auf Multimedia-Design stürzt, dem geht es ähnlich wie einem Modemuffel, der plötzlich die Möglichkeit hat, eine Million Mark für Kleidung auszugeben: Die Kleidung gab es vorher, die Mode auch - viele kluge (und teilweise arme) Leute haben sich hier Gedanken gemacht und Ideen entwickelt, während unser Held noch in T-Shirt und Jeans glücklich war. Er kann jetzt zwar viel mehr einkaufen, weiß aber eigentlich nicht, was, wo, und vor allem: Wie wirke ich, wenn ich das auch noch anziehe?
Kurz gesagt: Nur wer die Gestaltungsprinzipien der "traditionellen" Print- und AV-Medien kennt, respektiert und im Hinterkopf behält, wird sinnvolle und benutzerorientierte Multimedia-Produkte entwickeln können. Dann allerdings eröffnen sich durch die technischen Erleichterungen echte Perspektiven, die bisher für die meisten AV- und Print-Fachleute nicht realisierbar waren - unter der Voraussetzung, daß die Konzepte für meine CD-Rom, meine Online-Service-Idee finanziell und technisch machbar sind und ich in der Lage bin, rechtzeitig und im Team nachzufragen. Denn: Was nützt die innovativste Ausschöpfung aller Möglichkeiten - Bild, Text, Videosequenz und Ton -, wenn der Benutzer am Bildschirm wegen des Zeit- und Kostenaufwands keine Chance hat, das Produkt via Internet downzuloaden? 

Berufsbeispiele

Lichttechniker/in


Der Einsatz von Licht kann, je nach Aufwand und Größenordung einer Produktion, ein tragender Bestandteil der Inszenierungsästhetik sein. Besonders bei Live-Events in Theater und Show kommen Licht-Effekte für jeden Zuschauer deutlich zur Geltung. Licht kann betonen oder verhüllen, aufregen oder beruhigen. Bei langen Vorbereitungszeiten kann die Lichttechnik die eigentliche Atmosphäre und Dramatik einer Produktion prägen. Bei Film- und Fernsehproduktionen allerdings hängt der kreative Einfluss der Licht (und Ton-) Abteilung davon ab, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit den gestalterischen Möglichkeiten dieser Mitarbeiter gewidmet wird. In jedem Fall ist die Lichttechnik bei Film- und TV-Produktionen für Montage, Einrichtung und Bedienung lichttechnischer Anlagen und Scheinwerfer im Studio und bei Außenmotiven zuständig. Der verantwortliche Lichttechniker (auch Oberbeleuchter) koordiniert die Arbeit und den Einsatz der Lichttechniker (Beleuchter). In Absprache mit Kamera und Regie ist er für die Erstellung des Lichtplans verantwortlich. Im Vorfeld der Produktion kümmert er sich um die elektrischen Anschlüsse am Drehort, bedient während des Drehs die Lichtstellanlage, über die vorher festgelegte Lichtsituationen abgerufen werden. Er prüft und wartet Ausrüstung und Zubehör.

Cutter/in

Die Bezeichnung „Cutter“ ist abgeleitet von dem engl. Wort „to cut“, „schneiden“. Auch heute wird die Tätigkeit des Cutters immer noch als „schneiden“ bezeichnet, obwohl es fast in keinem Fall mehr zutrifft. Technisch handelt es sich eher um „kopieren“ und „montieren“. Nur beim so genannten Filmschnitt trifft die Beschreibung noch zu: Negativstreifen werden am Schneidetisch geschnitten und aneinandergeklebt. Doch auch hier geht die Entwicklung in Richtung digitale (computergestützte) Bildbearbeitung und -montage. Diese rein technische Veränderung ändert aber nichts an den eigentlichen dramaturgischen Aufgaben der Cutter. Im Bereich der Filmproduktion kommt dem Cutter, auch Schnittmeister oder Editor genannt, eine große künstlerische Bedeutung zu: Szenen-Aufnahmen liefern lediglich das Rohmaterial, das durch den Schnitt den Rhythmus und die eigentliche Ästhetik erhält.

TV-Operator/in

TV-Operatoren (Digital Artist im 2- und 3-D-Bereich, Compositing Artist im 2-D-Berreich) bearbeiten Vorspänne, Programmankündigungen, einzelne Beiträge. Dabei bedienen sie sich der entsprechenden Bearbeitungssoftware Hal, Flint, Flame. Sie werden deshalb auch oft Hal-Operator, Flint-Operator, Flame-Operator genannt. Es werden Bilder ausgestanzt, Farben eingefügt, Schrift und Grafiken eingebunden, statische Bildelemente animiert usw. Während der TV-Designer eher im Konzeptionsbereich arbeitet, ist der Operator mit der Ausführung betraut. Allerdings können sich die beiden Funktionen auch überschneiden

Medienberufe

Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten (Verknüpfung mit Datenbank: technisch-kreative Gestaltung


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