Kameramann/ -frau

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Kurzinfo Im Gegensatz zu der landläufigen Vorstellung, die Arbeit des Kameramannes beziehe sich in erster Linie auf große Spielfilm- und Fernsehproduktionen, steht die Tatsache, daß z.B. Wirtschafts-, Werbe-, Lehr- und Imagefilme eine wesentliche Beschäftigungs- und vor allem Verdienstmöglichkeit für freie Kameramänner bieten.
In den meisten Publikationen entsteht ein sehr unscharfes Bild von den unterschiedlichen Aufgabenbereichen der Kameraleute. Hier und da werden schon mal der Trick- oder Studiokameramann gesondert benannt, alle anderen werden kurzerhand unter der Berufsbezeichnung Kameramann zusammengefasst. Fairerweise muß man sagen, daß die Übergänge zwischen den einzelnen Bereichen, in denen der Kameramann arbeitet, oft fließend sind. Eine klare Spezialisierung auf einen Bereich ist schon aus ökonomischen Gründen kaum möglich.

Grundsätzlich umfaßt der Begriff Kameramann unterschiedliche Berufsbilder:

1. EB-Kameramann: Aktuelle Berichterstattung, Sportübertragungen oder ähnliches im journalistischen Bereich, aber auch Dokumentar- und Industriefilmproduktionen. Im Bereich der tagesaktuellen Berichterstattung gibt es außerdem den Bildreporter/Videojournalist.

2. Filmkameramann: Künstlerische Bildgestaltung im Bereich inszenierter Film-, Fernseh- und Videoproduktionen ( wie z.B. Kinospielfilme, Fernsehspiele und -serien, Werbung, gestaltete Dokumentar- und Industriefilme, etc.)
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Tätigkeit Die Arbeit des Kameramannes umfaßt die künstlerische und technische Mitarbeit bei der Filmherstellung. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob diese "Filme" auf Film, Magnetband, Bildplatten oder anderen Speichermedien aufgezeichnet werden. (Weitere Informationen über Aufnahmetechniken und Aufzeichnungssysteme in: DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung von Pierre Kandorfer, Köln 1995)

Je nach Produktion (TV, Kino, Video) sind die Anforderungen an die Kameraleute sehr unterschiedlich. Gemeinsamkeiten liegen grundsätzlich in der Position des Kameramannes gegenüber Produktion und Regie (bei aktuellen Aufzeichnungen Redaktion genannt). Die Disposition von Technik, Personal und Logistik wird in Abstimmung mit Regie (Redaktion) vom Kameramann übernommen. Während sich die Regie mit den inhaltlichen Abläufen beschäftigt, setzt der Kameramann mit Hilfe des technischen Teams Regievorstellungen in Bilder um. Dabei ist die Wahl und Gestaltung von Kamerapositionen, Bildausschnitten, Bildinhalten, Lichtbestimmung, Kamerabewegungen und Schnittmöglichkeiten von entscheidender Bedeutung. Kamera- , Licht- und Materialassistenten unterstützen die Kameraleute bei ihrer Arbeit.
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Arbeitsumfeld Der Kameramann arbeitet je nach Produktion (TV, Film, Video) eng zusammen mit: Regisseur, Redakteur, Autor, Produzent, Szenenbildner, Beleuchter, Kameraassistent, Schwenker (camera operator), Materialassistent, Dollyfahrer (der den Kamerakran auf Schienen bewegt), Lichtbestimmer, Kostüm- und Maskenbildner und Grip-Operator (der für den Kamerakran und die Schienen zuständig ist).

Spezialisierungen: Filmkameramann, Studiokameramann, EB-Kameramann.

Sonderqualifizierungen: Trickkameramann, Steadicam-Operator.

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Anforderungen Gutes Sehvermögen, physische und psychische Belastbarkeit, gute Allgemeinbildung, technisches Verständnis, ausgeprägtes Stilgefühl, Durchsetzungsvermögen, Organisationstalent und Führungsqualitäten bzw. journalistische, kreative und künstlerische Ambitionen, Teamfähigkeit.
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Wege zum Beruf Der Kameramann ist in Deutschland kein anerkannter Ausbildungsberuf. Bislang verläuft die Ausbildung in den meisten Fällen immer noch nach dem learning by doing-Prinzip. Laut BVK (Bundesverband Kamera) haben sich folgende Zugangswege bewährt:
  • Lehre als Fotograf / Lichtbildner (sinnvoll als Vorstufe)
  • Lehre bzw. Praktikum in einem Film-Kopierwerk (umfassende Kenntnis aller Arbeitsabläufe)
  • Praktikum in einem Film-Geräteverleih (Kenntnisse aller Kamerasysteme)
  • Lehre als Mediengestalter Bild und Ton


und grundsätzlich :
  • Mehrjährige Mitarbeit in verschiedenen Kamerateams, zuerst als Materialassistent, später als 2. und 1. Kameraassistent und zuletzt als Operator (Schwenker).
  • Seit einiger Zeit gibt es auch Hochschul- und Fachhochschulstudiengänge mit dem Abschluß "Diplom-Kameramann" (z.B. Fachhochschule Dortmund, Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg). An einigen Filmhochschulen ist auch eine Anfangsausbildung zum Kameramann im Rahmen anderer Studiengänge möglich (z.B. Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg).



Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Beier, Lars-Olaf; Midding, Gerhard: Teamwork in der Traumfabrik. Werkstattgespräche. (Interviews mit bekannten Persönlichkeiten aus der Filmproduktion - Drehbuchautoren, Regisseure, Produzenten, Kameraleute, Cutter, etc.), Henschel Verlag, Berlin 1993.
Neubauer, Michael G.: Kameraleute im aktuell-dokumentarischen Bereich, Qualifikationen-Tätigkeiten-Perspektiven, UVK-Medien Verlag, Konstanz 1996.

Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften bvk Bundesverband Kamera e.V., 80801 München Kaiserstr.39 -
tel.: +49 89 340 19 190, fax:+49 89 340 19 191, e-mail:bvk@bvkamera.org
AG DOK Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm, Frankfurt am Main
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Specials Interview mit Axel Block - Filmkameramann und ehemaliger Professor an der Fachhochschule für Design, Dortmund
Interview mit Jens Ufer - EB-Kameramann
Der Spezialist hat das Wort - Artikel aus der Schnitt, Nr. 8, IV 97 - von Tomas Erhart (Filmkameramann und Gründer der Filmkamera-Klasse in Ludwigsburg
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