Was will ich? Was kann ich?


Die bunte Welt der Medien. Es kann langweilig sein, viele Stunden als Cutter damit zu verbringen, immer wieder Änderungen für News-Beiträge oder einzelne Filmszenen vorzunehmen. Es kann mindestens ebenso langweilig sein, stundenlang am Drehort zu warten, bis die Beleuchter für eine einminütige Szene umgebaut haben. Oder Gäste für eine Talkshow zu recherchieren. Es gibt auch in anderen Branchen viele nützliche, interessante, befriedigende Dinge zu erfinden, zu konstruieren, zu planen oder zu inszenieren.

Wenn Sie bedenken, wie mühsam und langwierig der Weg in die Medien sein kann, wie viel und wie lange Sie lernen müssen und wie hart die Konkurrenz- und Arbeitsbedingungen sind: Sie brauchen eine tragfähige Motivation, um mit all diesen Problemen auch "zwischendurch" zurechtzukommen.

Also: Warum sind Sie überzeugt, daß die Medien Ihnen mehr liegen als andere Berufsfelder?




Tipp: Fragen Sie sich, worauf Sie besonders achten, worüber Sie sich freuen oder ärgern können:Themen, Texte, Bilder, Organisation, Ton, Sprecher oder Schauspieler? Sprechen/streiten Sie mit anderen über Ihre Meinung.
Was sind meine Interessen ?

Sind Sie ein intensiver Nutzer von Medien? Fernsehkrank? Kinofreak? Nerven Sie Ihre Freunde damit, daß Sie sich über schlechte Werbespots aufregen oder ständig aus der Zeitung zitieren? Denken Sie oft: "Das könnte ich viel besser / ganz anders machen"?

Beschäftigen Sie sich gern - allein oder mit anderen - mit:

Fotoapparat oder Videokamera?
Schreiben (für die Schublade, das Tagebuch oder die Schülerzeitung)?
Musik machen?
Theaterspielen?
Zeichnen oder Malerei?
Technik?
Computergrafik / Computerspiele?

Gibt es bestimmte Bereiche , die Sie besonders aufmerksam betrachten und gut kennen?

Print- oder TV-Journalismus/Redaktion/ Aktuelle Berichterstattung/Nachrichten
Reportagen, Dokumentarfilme, Features
TV-Spielfilme, Kino
Unterhaltung,Infotainment (Shows, Musikvideo, Talk, Interviews)
Werbung, Industriefilm

Was kann ich?

Denken Sie über Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten nach und stellen Sie sich vor, Sie müßten sie einem anderen erklären. Schreiben Sie eine Liste Ihrer Fähigkeiten, die für eine bestimmte Tätigkeit nützlich sein könnten. Suchen Sie Beispiele aus dem Arbeitsalltag. Aber: Keine Panik! Dies sind nur einige Beispiele für mögliche Pluspunkte und keine allgemeinen Mindestvoraussetzungen. (Wer hier alles mit einem hundertprozentigen "Ja" beantwortet, lügt!)

Beispiele:

Ich mache gerade eine Ausbildung oder habe schon eine hinter mir.
Ich habe in der Schule / in der AG ein Theaterstück organisiert.
Ich habe gute Ideen.
Ich kann andere von meinem Standpunkt überzeugen.
Ich kann zuhören.
Ich kann Kritik vertragen.
Ich kann mich schnell auf neue Leute und Situationen einstellen
Ich kann mit Computern umgehen
Ich bin gewohnt, in Teams zu arbeiten
Ich kann mich gut und lange konzentrieren
Ich höre mit einer Arbeit nicht auf, bevor sie fertig ist.
Ich kann gut unter Zeitdruck arbeiten
Organisation? Kein Fremdwort für mich!



Tipp: Über Aus- und Weiterbildungswege in und durch die Medien können Sie sich in unseren MIA-Seiten Bildungswege informieren.

Erstberatungen vor Ort: Berufsberater der Hochschulzentren und Arbeitsämter, Bildungsberater der Kommunen, teilweise auch regionale Industrie- und Handelskammern, Studienberater an Fachhochschulen, Universitäten etc.

Um sich schon mal in der Arbeit mit Kamera, Schnittplatz, Mikrofon etc. zu orientieren, im Internet zu recherchieren, kleine eigene Artikel, Hörfunk- oder Kamerabeiträge und Interviews herzustellen, kann man zwischen vielen preiswerten Kursen z.B. bei Jugendfilmclubs oder Akademien und Volkshochschulen wählen. Wenn man will, kann man dort auch Gleichgesinnte kennenlernen.
Was möchte ich lernen?

Gerade in den Medien muß jeder ständig mit technischen und inhaltlichen Veränderungen rechnen. Ausbildung, Studium, Volontariat, Praktikum oder training on the job sind Einstiegswege. Aber auch Profis sind in vielen Bereichen gezwungen, immer wieder neu dazuzulernen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Ein ganz wichtiger Aspekt, der nicht vergessen werden sollte, Lernen ist mit Kosten verbunden und sei es "nur" der eigene Lebensunterhalt. Es gibt allerdings eine Reihe von Hilfestellungen zur Finanzierung, mehr dazu unter Förderprogramme.

Was wollen oder müssen Sie lernen?

Möchten Sie unbedingt so schnell wie möglich praktisch anfassen oder so lange wie möglich intensiv experimentieren und ausprobieren?

Wenn Sie Ihre Chancen für einen Einstieg in die Medienbranche verbessern wollen, sollten Sie sich zielgerichtet informieren. Dabei gilt: Nicht nur spezielles berufliches Wissen (technisch, kaufmännisch oder handwerklich) ist wichtig.

Wichtige Zusatzkenntnisse, die Ihnen nützlich sein können

zum Beispiel:

Computerkenntnisse
(Text, Grafik, Tabellenkalkulation)
Technische Zusatzkenntnisse

Fähigkeiten, die Sie zur Verbesserung Ihrer Teamfähigkeit, Ihrer Kommunikations- und Organisationstechnik trainieren können, sind:

zum Beispiel:

Klarheit im Ausdruck (mündlich und schriftlich)
Fähigkeit, am Telefon oder "Auge in Auge" zu verhandeln
Organisation und Planung
Durchsetzungsfähigkeit
Auch hier gilt: Ohne großen Aufwand oder hohe Kosten kann man zu solchen Themen Kurse (z.B. an der Volkshochschule) besuchen oder - völlig gratis - mit Freunden üben.

Wie stelle ich mir meinen Arbeitsplatz vor?

Können Sie beschreiben, welche Phasen oder Bereiche einer Produktion Sie am liebsten mitgestalten würden?

Beispiele:

Konzepte und Ideen entwickeln, Themen und Leute ausforschen, schreiben und umschreiben und umschreiben und umschreiben ..
Bilder aufnehmen, bearbeiten, zusammenmontieren, erfinden
Töne produzieren, komponieren, verstärken, verzerren, mischen
Kostüme entwerfen und nähen, Schauspieler durch Maskenbild verändern, Kulissen oder Filmszenen bauen und einrichten
Planen, zeitliche Abläufe organisieren, Kosten ausrechnen und Auftraggeber finden (Geld auftreiben)
Selbst (mit fester Stimme und ohne Scheu) vor der Kamera oder auf der Bühne stehen, Fernseh- oder Radiosendungen moderieren



Tipp: Bedenken Sie, daß zwischen wechselnden Projekten auch Pausen liegen können, die eine ganze Menge mit Geld und Stellensuche zu tun haben. Können Sie mit Geld gut umgehen? Können Sie gut abschalten, wenn nach Hochleistungs-
phasen plötzlich Stille herrscht? Fühlen Sie sich auch dann selbstbewußt und sicher, wenn sich mal nichts tut und niemand anruft? Können Sie sich gut verkaufen und mit immer neuen möglichen Auftraggebern verhandeln?

Gerade Einzelkämpfer müssen früher oder später andere von den eigenen Ideen überzeugen, aber auch verhandeln und häufig Kompromisse machen, wenn der geniale Entwurf als zu teuer, zu langwierig oder zu blöd verworfen wird. Also: Kann ich meine eigenen Vorstellungen und Ideen gut begründen, andere überzeugen, aber auch Ideen und Vorstellungen anderer berücksichtigen?
Welche Umgebung und Atmosphäre brauche ich, um richtig gut zu sein?

Ständig wechselnde Projekte mit immer wieder neuen Teams und Firmen ?

Immer mittendrin, als treibende Kraft oder Fels in der Brandung, um mich herum möglichst viele Leute?

Der Macher und Planer, der alles im Griff hat und das ganze Gewusel managt?

Gute Kollegen, mit denen ich möglichst über längere Zeiträume zusammen arbeite und lerne?

Technische oder handwerkliche Perfektion und konzentrierte Feinarbeit mit wenigen anderen Spezialisten?

Allein mit Kaffee, Zigarette oder Räucherkerze und Musik, während ich mir Welten aus Bildern, Tönen, Texten ausdenke?
Wie wichtig sind mir mein Wochenende und meine Hobbys (Sport, regelmäßige Kinobesuche, lange Reisen)? Wie viel Zeit brauche ich für Freunde, Familie, eigene Kinder? Wie wichtig ist es mir, privat zuverlässig zu sein - z.B. bei Verabredungen oder Hilfeschreien meiner Freunde?

Falls Sie an einigen Punkten mit den Achseln zucken oder in Ratlosigkeit versinken: Beraten Sie sich doch mit anderen, die Sie gut kennen. Wenn Sie sich selbst realistisch und ehrlich einschätzen können, können Sie unnötigen Frust vermeiden. Wenn Sie bestimmte Interessen oder Fähigkeiten bloß behaupten, brechen Sie vielleicht schon bei der ersten Nachfrage ein: Wer zum Beispiel eher maulfaul ist, sollte nicht seine enorme Kommunikationsfähigkeit betonen - es gibt es auch Tätigkeiten, für die begnadetes Plaudern nicht wichtig ist.


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