Was ist die Medienbranche?





Tipp: Was Sie im Fernsehen oder im Kino sehen, ist meist nicht von den Sendern "gemacht" worden, sondern von mehreren Firmen und Personen. Wenn Sie fernsehen, ins Kino gehen, Radio hören, Bücher oder Zeitungen lesen, achten Sie auf die "Macher" und lesen Sie den Abspann bzw. das Impressum.

Dabei bekommen Sie einen guten Eindruck von der Vielzahl der Tätigkeitsfelder, Mitarbeiter, Produktionsfirmen und Sender.
Was weiß ich darüber?

Welche Produkte kenne und konsumiere ich besonders häufig?

Beispiele:
Kino- oder Fernsehfilme,Dokumentationen und Nachrichten, Werbe- und Videoclips, Talks, Zeitungen/Zeitschriften, Radiosendungen (Wort oder Musik)

Kann ich mir vorstellen, wie diese Produkte hergestellt worden sind und wer daran beteiligt war?

Kenne ich verschiedene Sendeanstalten und weiß ich, in welchen Städten sie sitzen? Kann ich beschreiben, wie sie sich unterscheiden?

Mehr über die Hintergründe einzelner Berufe finden Sie in unserem Medien-Informations -Archiv mia (Medienberufe von A - Z) oder in allgemeinen Fachbüchern.

z.B.:

A. Schümchen: Karriere in den Medien: TV und Video (Verlag Reinhard Fischer),

M. Riedel / F. Stüven: Frauen machen Medien - Karriere in Presse, Hörfunk und Fernsehen (dtv ratgeber),

T.R. Knops: Studienführer für Medienberufe (Verlag für Medienliteratur),

J. Deters/C. Winter: Karriere in der Medienbranche (Campus Verlag)


Tipp: MIA enthält eine allgemeine Einführung in die Medienwirtschaft. Für die Suche nach Adressen von Firmen eignen sich Medienhandbücher, die in den wichtigsten Medienstädten (Köln, Hamburg, München, Berlin)erschienen sind, aber auch bundesweite oder auf einzelne Bundesländer bezogene Übersichten (z.B.: Adreßbuch Film & Fernsehen NRW - zu beziehen über die Filmstiftung NRW, Kaistr. 14, 40221 Düsseldorf). Dort findet man meist auch ausführliche Beschreibungen über Art und Schwerpunkt der einzelnen Unternehmen.

Tipp:Notieren Sie sich Namen von beteiligten Firmen und Personen aus den Abspännen (TV oder Kino) oder aus dem Impressum von Zeitungen/ Zeitschriften. Suchen Sie diese Firmen in den Handbüchern.
Was weiß ich über die Arbeitgeber?

Ein kurzer, schneller Überblick über DIE Medienbranche ist ebenso unmöglich wie beispielsweise über DIE Baubranche. Jede Branche ist ein Sammelbegriff für ganz unterschiedliche Firmen und Personen mit verschiedenen Schwerpunkten. Deshalb ist auch nicht jeder Produzent ein passender Ansprechpartner für angehende Medienmacher. Wichtig ist es, sich vorab über die Unterschiede zwischen den Firmen zu informieren:

Was stellen sie her (Werbe- und Imagefilme, Nachrichten und Magazine oder Spielfilme und Serien)?

Vermieten sie technisches Zubehör oder Räume (Kameras, Studios, Schneideräume)?

Bieten sie organisatorische Dienste an (Casting-Agenturen, Motivsuche etc.)?

Um dies herauszufinden, reichen die "Gelben Seiten" nicht aus. Nur - es gibt sie nicht, die Liste mit Firmenadressen für jede nurerdenkliche Anfrage (Praktikum, Ausbildungsstelle, Job/Arbeitsplatz - für alle, denen es noch nicht klargeworden ist, diese beiden Begriffe haben auch unterschiedliche Bedeutungsinhalte! - oder gar die 100 % persönliche Wunschzusammenstellung). Unsere Antwort auf diese und andere häufig gestellte Fragen ist unter faq (frequently asked questions) zu finden.


Was weiß ich über die Arbeitsbedingungen?

Nicht alle Arbeitgeber haben immer genaue Vorstellungen, welche Mitarbeiter sie suchen. Oder sie suchen gar nicht. Häufig benötigen sie nur kurzfristig Mitarbeiter für bestimmte Projekte. Chancen für einen Einstieg haben deshalb immer auch ein wenig mit gutem Timing zu tun.

Einige der wichtigsten Aspekte, auf die Sie sich einstellen müssen:

Neben den verschiedenen Sendern gibt es zahllose Produktionsfirmen und technische Dienstleister. Viele dieser Unternehmen sind klein und haben sich auf bestimmte Genres spezialisiert (TV-Spielfilm/Serie oder Werbefilm, Nachrichten oder Dokumentation) oder bieten vor allem technische Dienstleistungen an (Schnitt-, Kamera- oder Studiotechnik etc.). Das hat Folgen für die Ausstattung der Betriebe: Je umfangreicher die Projekte (z.B. Spielfilme oder Serien), desto eher werden Geräte nur gemietet und Mitarbeiter und Firmen nur für einzelne Projekte engagiert.

Auch bei großen Unternehmen und Sendern gibt es den Trend, aufwendige Produktionsbereiche (Aktuelle Berichte, Studios, Trailer- und Jingle-Produktion usw. komplett in eigene Tochterfirmen auszugliedern (outsourcing).

Kleine Unternehmen (häufig mit weniger als fünf festen Mitarbeitern) arbeiten während der aufwendigeren Phasen mit Freien und schrumpfen zwischen den Produktionsarbeiten wieder auf den Grundstock zusammen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Arbeitsbedingungen:

Feste Anstellung mit monatlichem Gehalt und den üblichen gesetzlichen Versicherungs- und Urlaubsansprüchen

z.B.: Manager (für Verwaltung, Organisation und Kalkulation der Projekte), Marketingfachleute; je nach Produktionsfirma gehören technische oder auch kreative Mitarbeiter (Dramaturgen, creative producer, bei daily soaps auch Autoren) zum festen Personal. Bei vielen Magazinsendungen, Zeitschriften und Zeitungen sind auch Journalisten als Redakteure festangestellt.

Feste freie Mitarbeit mit einem Vertrag über eine bestimmte Anzahl von Stunden über kurze oder längere Zeiträume - Jobs, die sich beispielsweise nur auf eine bestimmte Produktion beziehen. Oft sind diese Art Jobs mit bestimmten Konditionen verbunden, wie zum Beispiel Fortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubsgeld, etc..

z.B.: Moderatoren, Produzenten, Rechercheure und der technische Kernstab, der bei der nächsten Produktion wiedereinsetzbar ist, ebenso Produktionsleiter, Studiomeister, Kostüm- oder Maskenbildner.

Freie / projektbezogene Mitarbeit:
Ein großer Teil aller Mitarbeiter in den Medien besteht aus projektbezogenen oder freien Mitarbeitern - die Zahl steigt. Sie werden befristet für einen bestimmten Auftrag, Artikel oder Beitrag, für die Dauer von Dreharbeiten oder nur für die einzelnen Phasen der Produktion verpflichtet. Für sie gelten unterschiedliche gesetzliche Regelungen: Einige stellen als Selbständige Rechnungen und sorgen selbst für Steuern und Versicherung; andere - z.B. bei Dreharbeiten - sind - befristet- wie normale Arbeitnehmer versichert und versteuert.

z.B.: fast alle Spezialisten, die bei Dreharbeiten zum Einsatz kommen (Kameraleute und Beleuchter, Cutter, Kostüm-, Masken- und Szenenbild, Schauspieler). Aber auch Lieferanten von eigenen Entwürfen und Elementen (Autoren, Journalisten, Komponisten usw.) .

Für spezialisierte Profis ist die fehlende Sicherheit Normalität, kann aber zum Problem werden, wenn der Markt oder die Technologien sich ändern oder einfach nur das Bedürfnis nach mehr Kontinuität entsteht.

Für Neulinge ist es wesentlich schwieriger, den Anschluß zu finden und die Pausen zwischen den Engagements zu überbrücken. Sie müssen den Markt beobachten, sich weiterbilden und Kontakte pflegen.


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