Bares Geld für Beschäftigung und mehr..

Viele Medienunternehmen nutzen sie nicht: Die Einstellung von Arbeitnehmer/innen und Auszubildenden wird durch Förderprogramme unterstützt.
Unternehmen, die Beschäftigte einstellen wollen, können auf materielle wie ideelle Unterstützung bauen. Obwohl diese Programme gerade für kleine und mittelständische Betriebe gedacht sind, nutzen viele Medien-Unternehmen die Möglichkeiten nicht, weil ihnen Informationen fehlen. Deshalb hier ein kleiner Überblick.

Hilfe bei Neugründungen

Neuer Betrieb - neue Jobchancen: Hat ein/e Unternehmer/in innerhalb der letzten zwei Jahre die selbstständige Tätigkeit aufgenommen und nicht mehr als 5 Beschäftigte und stellt zuvor Erwerblose ein, so kann deren Lohn bezuschusst werden. Die Höhe liegt bei 50 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgeltes, die Dauer beträgt maximal 12 Monate. (Siehe: "was? wie viel? wer?")

Lohnausfälle ausgleichen

Ältere Arbeitnehmer/innen haben es auf dem Arbeitsmarkt nicht leicht. Deshalb gewährt ein Programm der Agentur für Arbeit Lohnkostenzuschüsse für Beschäftigte, die älter als 50 Jahre sind. Zu den Voraussetzungen gehören, dass die Arbeitnehmer/innen erwerbslos bzw. von Erwerbslosigkeit bedroht sind und eine schlechter bezahlte Beschäftigung aufnehmen. Die Arbeitsagentur zahlt zur Entgeltsicherung einen befristeten Zuschuss zu den Löhnen bzw. Gehältern und zur Rentenversicherung. Damit sollen insbesondere Verluste (teilweise) ausgeglichen werden, die für die Beschäftigten entstehen, wenn sie eine schlechter bezahlte Tätigkeit annehmen. Die Höhe des Zuschusses wird über die Nettoentgeltdifferenz berechnet, die zwischen der alten und neuen Tätigkeit bestehen. (Siehe Stichwort: "Entgeltsicherung")

Eingliederung ermöglichen

Weitere Fördermodelle sind auf Zielgruppen abgestimmt, bei denen so genannte "Vermittlungshemmnisse" bestehen. So können Unternehmen Eingliederungszuschüsse für die Einstellung von Mitarbeiter/innen erhalten, die älter als 50 Jahre sind oder z.B. aufgrund einer Behinderung Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden. Je nach Einzelfall kann zunächst zwischen 50-70% des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgeltes gezahlt werden. Die Förderungsdauer kann bis zu 36 Monaten betragen, wobei nach 12 Monaten der Zuschuss schrittweise abgebaut wird. (Siehe: "was? wie viel? wer?")

Arbeitshilfen, Beschäftigte zur Probe

Sind für die Einrichtung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen spezielle Technik oder Ausstattungen erforderlich, so können diese Arbeitshilfen von der Arbeitsagentur gefördert werden. Weiterhin ist es möglich, dass die Arbeitsagentur die Personalkosten während der Probezeit (maximale Länge: 3 Monate) übernimmt. Dadurch können Unternehmen kostenlos testen, in wie weit behinderte Mitarbeiter/innen erfolgreich in die betrieblichen Abläufe integriert werden können. (Siehe: "was? wie viel? wer?")

Kapital für Arbeit und Investitionen

Unternehmen, die Investitionen tätigen wollen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen oder bestehende Arbeitsplätze zu sichern, können das Programm "Kapital für Arbeit und Investitionen" nutzen. Gefördert werden mittelständische Unternehmen und freiberuflich Tätige, die seit mindestens 5 Jahren auf dem Markt agieren. Für Investitionen im In- und Ausland, die langfristig finanziert werden müssen (wie Gebäude, Maschinen oder Anlagen), werden Kredite bis zu 100 % der Investitionssumme zur Verfügung gestellt. (Siehe: KvW Mittelstandsbank)

Ausbildung leichter gemacht: Für Unternehmen

Für Unternehmen, die in die betriebliche Ausbildung investieren, wird eine Reihe von Förderinstrumenten zur Verfügung gestellt. So können die Betriebe über Praktika die Bewerber/innen kennen lernen und geeignete Nachwuchskräfte aussuchen. Ausbildungsvorbereitende Praktika werden für eine Dauer von 6 bis 12 Monaten durch einen Zuschuss von 192 € zum (Netto-) Unterhalt und pauschalierte Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 102 € gefördert. Die Förderung muss bis zum 31.12.2006 beantragt werden. (Siehe: EQJ - Einstiegsqualifizierung für Jugendliche)

Insbesondere kleine Unternehmen haben mitunter das Problem, dass sie nicht die ganze Bandbreite der Ausbildungsinhalte vermitteln können. Durch eine Verbundausbildung können Ausbilder wie Auszubildende von der Kompetenz mehrerer Unternehmen profitieren. Organisation und Durchführung von Ausbildungsverbünden wird gefördert. Das umfasst auch überbetriebliche Seminare oder Workshops, die den Auszubildenden erweiterte Kenntnisse vermitteln. Pro Ausbildungsplatz im Verbund beträgt die Förderung 4500 Euro. (Siehe: Verbundausbildung)

Auch bei der Berufsausbildung wird auf die berufliche Integration von Behinderten Wert gelegt. Stellt ein Ausbildungsbetrieb einen behinderten Jugendlichen ein, so können Zuschüsse für die Aufwendungen gezahlt werden, die durch die spezifische Behinderung entstehen. Ferner ist in Einzelfällen ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung möglich. (Siehe: "was? wie viel? wer?")

Ausbildung leichter gemacht: Für Auszubildende

Auszubildende, die sich eine eigene Wohung nehmen müssen, weil der Ausbildungsplatz zu weit von ihrem Elternhaus entfernt ist, und deren Ausbildungsvergütung deshalb für die Finanzierung ihres Lebensunterhaltes nicht ausreicht, können Anspruch auf Bundesausbildungsbeihilfe haben. Durch die BAB werden Zuschüsse gewährt, um die Lebenshaltungskosten abzudecken. (Siehe "was? wie viel? wer?")

Nicht immer klappt die betriebliche Ausbildung reibungslos. Treten im Verlauf der Berufsausbildung Lernschwierigkeiten auf, können ausbildungsbegleitende Hilfen organisiert werden. Dabei werden die Auszubildenden individuell und zielgerichtet unterstützt, bis sie die Lern-Hürden erfolgreich meistern. Wenn die Maßnahmen während der Arbeitszeit stattfinden, können Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung gezahlt werden. (Siehe "was? wie viel? wer?")

Personalentwicklung: Wie kommt man zu einander?

Unternehmen, Beschäftigte, Erwerbslose oder Ausbildungsplatzsuchende können Informations- und Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Beim Matching-Prozess: Wer passt zu wem? Welches Wunsch-Profil soll die neue Mitarbeiterin oder der neue Auszubildende mitbringen? Welche Ausbildungsplätze bzw. freie Stellen sind zu besetzen? helfen Profis. Neben der Arbeitsagentur sind spezialisierte Beratungs- und Vermittlungsagenturen in diesem Feld tätig.
Um die betriebliche Personalentwicklung längerfristig strategisch anzulegen, kann zum Beispiel das Instrument der Potentialberatung eingesetzt werden. Die Kosten, die üblicherweise für eine Unternehmensberatung entstehen, werden dabei zu 50% vor der öffentlichen Hand übernommen. Und zwar je nach Betriebsgröße für maximal 15 Beratungstage mit einer Fördersumme bis maximal 500 Euro pro Tag. (Siehe: Potentialberatung)

Schecks und Gutscheine für Weiterbildung, Job-Rotation

Mitarbeiter/innen aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) profitieren seltener von beruflichen Fortbildungsmaßnahmen. Deshalb hat das Land NRW mit EU-Mitteln ein Programm aufgelegt, bei dem KMU, Beschäftigte und Gründer/innen "Bildungsschecks" erhalten können. Durch den Bildungscheck werden 50 % der Bildungskosten bis zu einer Förderhöhe von 750 Euro gedeckt. (Siehe: Bildungsschecks)

Sind Beschäftigte von Erwerbslosigkeit bedroht, übernimmt auch die Arbeitsagentur in Einzelfällen die Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen. Dazu werden "Bildungsgutscheine" ausgestellt, die bei Bildungsinstitutionen eingelöst werden können. (Siehe: "was? wie viel? wer?")

Auch Personalausfälle können aufgefangen werden. Stellt ein Unternehmen bisher erwerbslose Vertreter für Mitarbeiter/innen ein, die sich in einer Vollzeit-Fortbildung befinden, so kann in Einzelfällen diese vorübergehende Beschäftigung gefördert werden. Über diese "Job-Rotation" können zwischen 50% bis 100% des berücksichtigungsfähigen Lohns von der Arbeitsagentur gezahlt werden. Dauer der Förderung: bis zu 12 Monate. (Siehe: "was? wie viel? wer?")
(as)

Agentur für Arbeit: "was? wie viel? wer? 2007"
www.arbeitsagentur.de
Für Unternehmen:
Anfrage für Information und Beratung

Entgeltsicherung:
www.arbeitsagentur.de
Für Unternehmen:
Anfrage für Information und Beratung

KfW Mittelstandsbank: Kapital für Arbeit
www.kfw-mittelstandsbank.de

Einstiegsqualifizierung für Jugendliche EQJ:
www.arbeitsagentur.de

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW: Ausbildung im Verbund:
www.mags.nrw.de

Mittelstandsoffensive: Potentialberatung
www.go.nrw.de
www.move.nrw.de

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW: Bildungsschecks
www.mags.nrw.de


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