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Medientechnik: Veranstaltungstechnik, Studio-Bühnentechnik
staatlich geprüfte, technische Fachkraft nach Versammlungsstättenverordnung
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Kurzinfo Wo viele Menschen und viel Technik aufeinander treffen, entstehen Gefahrenpotentiale. Im neunzehnten Jahrhundert waren Theaterbrände mit zahlreichen Todesopfern so an der Tagesordnung, daß der eiserne Vorhang eingeführt wurde. Sobald auf der Bühne Feuer ausbrach (schließlich erleuchteten Kerzen und später Gaslampen die Szenerie), wurde die feuerfeste Barriere heruntergelassen. Das Publikum konnte flüchten, die Schauspieler hatten im Zweifel das Vergnügen zu verbrennen. Trotzdem gab es immer wieder verheerende Unglücksfälle. Nach der Brandkatastrophe im Wiener Ringtheater 1881 mit über 400 Toten wurde der Ruf nach einem verantwortlichen technischen Leiter und qualifiziertem Personal immer lauter.
Heute gibt es detaillierte Sicherheitsbestimmungen, um Gefahren für Publikum und Mitwirkende zu verhindern. Solche Richtlinien sind u.a. in den Versammlungsstättenverordnungen festgelegt. Die Versammlungsstättenverordnungen sind Länderrecht und variieren von Bundesland zu Bundesland etwas. Über die Einhaltung der Richtlinen muß eine "staatlich geprüfte, technische Fachkraft nach VStättVO" wachen.
Die Veranstaltungstechnik lag lange Zeit in den Händen von technisch versierten Quereinsteigern. Viele satteln nach einer Erstausbildung in der Elektrotechnik, der Metallverarbeitung, der Holzverarbeitung o.ä. auf den Veranstaltungsbereich um. Die staatliche Prüfung nach VStättVO - auch Befähigungszeugnis genannt- garantiert, daß nur fachlich qualifizierte Kräfte mit der technischen Überwachung der Veranstaltungstechnik betraut werden.

Die Prüfung nach VStättVO wird in den Fachrichtungen: Bühne, Studio, Halle, Beleuchtung durchgeführt. Die Absolventen können sich dann Bühnenmeister, Studiomeister, Hallenmeister oder Beleuchtungsmeister nennen. Studio- und Bühnenmeister (mit einer Vorausbildung im Holz- oder Metallbereich) sind vor allem für den Auf- und Abbau von Kulissen, Podesten etc. zuständig. Beleuchtungsmeister (Vorausbildung: Elektrotechnik) bauen Lichtanlagen auf und bedienen sie. Hallenmeister haben ihr Einsatzgebiet in Mehrzweckhallen.

Inzwischen ist eine einschlägige Berufsausbildung geschaffen worden. Die Basisausbildung ist die Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Als Aufstiegsfortbildung kann der "echte" Meister für Veranstaltungstechnik erworben werden. Als Ausbildung für Führungskräfte gibt es die Ingenieurs-Studiengänge: Theater- und Veranstaltungstechnik sowie Medientechnik.

Da die Versammlungsstättenverordnung für viele Veranstaltungen die Anwesenheit einer nach VStättVO geprüften Person vorschreibt, müssen auch "echte" Veranstaltungsmeister dieses Befähigungszeugnis haben. In einigen Bundesländern wird die Befähigung mit dem Meisterbrief erworben, in anderen muß die Prüfung nach VStättVO zusätzlich abgelegt werden.
Wie lange die Prüfung nach VStättVO neben und in Ergänzung zu den "echten" Ausbildungsgängen bestehen wird, läßt sich noch nicht absehen.
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Tätigkeit Ab einer bestimmten Veranstaltungsgröße ist die Anwesenheit einer Person mit dem Befähigungszeugnis nach VStättVO obligatorisch. Dies gilt auch für Fernsehshows, wenn etwa Publikum im Studio ist.
Die Fachkräfte nach VStättVO überprüfen den ordnungsgemäßen Auf- und Abbau und gewährleisten, daß weder Publikum noch Mitwirkende während der Veranstaltung gefährdet werden.
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Arbeitsumfeld Zum Arbeitsumfeld gehören einerseits diejenigen, die das kreative/redaktionelle Konzept einer Veranstaltung verantworten, wie Regisseure, Szenenbildnerinnen und Redakteurinnen. Andererseits sind mit der Umsetzung Techniker und Hilfskräfte befaßt.
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Anforderungen Veranstaltungstechniker müssen ihr technisches Verständnis und Können in den Dienst der jeweiligen Veranstaltungskonzeption stellen. Teamfähigkeit, Flexibilität und Improvisationsvermögen sind dabei gefordert. Veranstaltungstechniker müssen in der Lage sein, im Dialog mit dem künstlerisch / redaktionell Verantwortlichen die technische Konzeption zu planen und umzusetzen. Dazu gehört auch Verständnis für die künstlerischen Anforderungen der Inszenierung. Je nach Einsatzgebiet und Arbeitspensum ist nicht nur eine robuste Gesundheit, sondern auch größere körperliche Leistungsfähigkeit notwendig. Veranstaltungstechniker, die sich auf Tontechnik spezialisieren, sollten ein gutes Gehör haben; Veranstaltungstechniker, die sich verstärkt mit Licht beschäftigen, ein gutes Sehvermögen besitzen.
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Wege zum Beruf Zur Prüfung nach VStättVO kann zugelassen werden, wer eine Ausbildung in einem einschlägigen Lehrberuf von Handwerk oder Industrie, bzw. ein Studium in einer einschlägigen Fachrichtung und berufliche Praxis nachweisen kann. Als einschlägig gelten u.a. Berufe der Holz- oder Metallbearbeitung, bzw. der Elektrotechnik.
Als Vorbereitung für die Prüfung gibt es Weiterbildungslehrgänge. Der Besuch eines solchen Lehrgangs ist zwar empfehlenswert, da der Prüfungsstoff umfangreich ist, aber nicht zwingend vorgeschrieben. Die Prüfung wird vor den zuständigen Landesbehörden abgelegt. In NRW ist die Prüfstelle für bühnentechnische Vorstände beim Regierungspräsidenten in Düsseldorf zuständig.
Namen und Adressen der zuständigen Behörden finden sich auf den Seiten der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft unter www.dthg.de .

Nach der VStättVO werden die Fachrichtungen Bühne/Studio/Halle und Bühnenbeleuchtung/Studiobeleuchtung geprüft. Die Absolventen der Prüfung können sich Bühnenmeister, Studiomeister, Beleuchtungsmeister oder Studiobeleuchtungsmeister nennen.
Die Prüfung nach VStättVO ist aber kein Meistertitel, wie ihn die Industrie- und Handelskammer, bzw. die Handwerkskammer verleiht.

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Literatur Bühnentechnische Rundschau. Zeitschrift für Veranstaltungstechnik, Ausstattung, Management, Deutsche Theatertechnische Gesellschaft für Theater, Film und Fernsehen (Hrsg.), Seelze

Das Tonstudio Handbuch, Hubert Henle, G.Carstensen Verlag, 1998

Das P. A. Handbuch, Frank Pieper, G. Carstensen Verlag, 1996

DuMont's Handbuch Bühnenbeleuchtung, Max Keller, DuMont Buchverlag, Köln, 1991 (dritte verbesserte Auflage)

Fernseh- und Kino-Technik, FKT, die Fachzeitschrift für Fernsehen, Film und elektronische Medien, Hüthig Fachverlage, Heidelberg

Know-how on Stage, Technik, Organisation, Durchführung, Dirk R. Baur, Elektor-Verlag, Aachen, 1994

Licht im Theater, Carl-Friedrich Baumann, Franz Steiner Verlag, Wiesbaden, 1988 (Geschichte des Theater-Lichtes)

Lighting And Sound, A Phaidon Theatre Manual, Neil Fraser, Phaidon Press, London, 1993

Light-Science & Magic, Fil Hunter, Paul Fuqua, Focal Press, Boston, Oxford, 1997 (Second edition) Butterworth-Heinemann, www.bh.com

Sound Engineer's Pocket Book, Michael Talbot-Smith, Focal Press,Boston, Oxford, 1995, Butterworth-Heinemann, www.bh.com

Sound for Film and Television, Tomlinson Holmann, Foacal Press, Boston, Oxford, 1997 Butterworth-Heinemann, www.bh.com

The Technique of Ligthing for Television and Film, Gerald Millerson, Focal Press, Boston, Oxford, 1991 (Third edition), Butterworth- Heinemann www.bh.com

Der Verband für Professionelle Licht- und Tontechnik bietet Fachliteratur an unter www.vplt.org , Telefon 0511-9666 889

Auf den Seiten von Butterworth-Heinemann findet sich jede Menge weiterer Literatur: www.bh.com

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Fachverbände / Gewerkschaften Deutsche Theatertechnische Gesellschaft, Gruber Straße 76, 85586 Poing/München, tel 08121-76531, fax 08121-76581, www.dthg.de

EVVC - Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V., EVVC - Geschäftsstelle Berlin, Frau Ulrike Wenk, Messedamm 22, 14055 Berlin, tel 030-3038-5800, fax 030-3038-5802, www.evvc.de

Verband für Professionelle Licht- und Tontechnik, Walsroderstr. 159, 30853 Langenhagen, tel 0511-9666 889, fax 0511- 9666 890, www.vplt.org

IG Medien, Postfach 10 24 51, 70020 Stuttgart, tel 0711-20180, fax 0711-2018300, www.igmedien.de

Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger, Postfach 120270, 20102 Hamburg, tel 040-445185, fax 040-459352
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