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Medientechnik: Drucktechnik
Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien
Kurzinfo
Tätigkeit
Arbeitsumfeld
Wege zum Beruf
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Fachverbände / Gewerkschaften
Specials
Kurzinfo Im August 2007 soll eine Neuordnung des Berufsbildes in Kraft treten.
Nähere Informationen unter:
www.aim-mia.de

Bis Sommer 2007 ist die geltende Ausbildungsordnung in Kraft.


Die Herstellung eines Medienproduktes erfordert eine Vielzahl von Tätigkeiten und Produktionsschritten, bis das fertige Produkt zum Kunden gelangt. Die Aufgaben des Mediengestalters für Digital- und Printmedien umfassen die Kundenberatung, die Gestaltung und Realisation von Printmedien (Druckerzeugnisse wie Zeitschriften, Broschüren, Werbematerialien, Plakate usw.) und Multimediaprodukten (Internet-Sites, CD-Rom etc.) Zu seinem ‚Handwerkszeug‘ gehören moderne Grafik-, Layout- und Animationssoftware ebenso wie Zeichenblock und Farbstifte, mit denen die ersten Entwürfe der Produkte gemacht werden. Der Umgang mit der entsprechenden Hardware wie Digital- oder Laser-Drucker, Druckmaschinen und Belichter gehört ebenfalls zu seinen täglichen Aufgaben.

Die Ausbildungsordnung trat im Mai 1998 in Kraft. Seit August 1998 wird der Beruf im dualen System (Betrieb und Berufskolleg) ausgebildet. Die Ausbildungsordnung ist aufgrund ihrer flexiblen Struktur weitgehend auf die bisherigen Berufe Schriftsetzer (Industrie), Reprohersteller, Reprograf, Fotogravurzeichner und Werbe- und Medienvorlagenhersteller übertragbar. Diese vier Berufe wurden zum 1. August 1998 ausser Kraft gesetzt. Aufgrund des breit angelegten Qualifizierungskonzeptes sind Mediengestalter für Digital- und Printmedien nahezu im gesamten Produktionsprozess der Multimediaproduktion und der Druckvorstufe einzusetzen. Als Druckvorstufe bezeichnet man all die Arbeitsschritte der Planung und Gestaltung von Druckerzeugnissen vor der eigentlichen Drucklegung und Endfertigung des Produktes.

Die Ausbildung erfolgt in einer von vier möglichen Fachrichtungen. Diese Fachrichtungen decken das gesamte Spektrum der Tätigkeiten des Mediengestalters für Digital- und Printmedien ab und ersetzen in grossen Teilen die Qualifikationen der bisherigen Berufe der Druckvorstufe:

Medienberatung – entspricht keinem der bisherigen Ausbildungsberufe

Mediendesign – ersetzt den Schriftsetzer der Fachrichtung Systemtechnik, den Werbe- und Medienvorlagenhersteller der Fachrichtung Gestaltung sowie den Fotogravurzeichner

Medienoperating – ersetzt den Reprohersteller der Fachrichtung Reproduktionstechnik, den Werbe- und Medienvorlagenhersteller der Fachrichtung Medienoperating sowie den Reprohersteller der Fachrichtung Druckformtechnik

Medientechnik – ersetzt den Reprograf der Fachrichtungen Reprografie und Mikrografie
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Tätigkeit Die Fachrichtung Medienberatung ist ausgerichtet auf Kundenberatung und –betreuung, kaufmännische Auftragsarbeiten sowie Aufgaben im Bereich des Projektmanagements und Marketings. Die Aufgaben des Mediengestalters dieser Fachrichtung sind die Planung des Projektbudgets, die Terminüberwachung, die Planung von Personal und Sachmitteln, z. B. Hard- und Software. Er übernimmt Aufgaben im Bereich des Projektmanagements vom ersten Kundenkontakt bis zur Auftragsabwicklung. Die Kalkulation des Angebots, Vorbereitungen von Präsentationen oder eigene Projektpräsentationen beim Kunden gehören ebenso zu seinen Aufgaben. Die Fachrichtung Medienberatung ersetzt nicht die kaufmännische Ausbildung, sondern verzahnt technische Qualifikationen mit kaufmännischen Ausbildungsinhalten. Aus diesem Grund erwirbt der Mediengestalter ebenso wie seine Kollegen der anderen Fachrichtungen schwerpunktmässig technisches Know-how, das für die Herstellung von Print- oder Multimedia-Produkten benötigt wird.

Im Bereich Mediendesign stehen gestaltungsorientierte Aufgaben im Mittelpunkt. Mediengestalter dieser Fachrichtung entwickeln eigenständig oder im Team Designkonzepte, gestalten Text-, Bild-, Grafik- und Bewegtbilddaten für ein Multimedia- oder Print-Produkt. Dies können Internet-Sites oder CD-ROMs ebenso wie Zeitschriften, Broschüren oder Werbeprospekte sein. Er gestaltet Bildschirmoberflächen und hinterlegt die Benutzerschnittstellen, die Links und Buttons, mit denen der User durch das Menü navigieren kann. Die Gestaltung des Layouts einer Broschüre gehört ebenso zu seinem Aufgabengebiet wie die Zusammenführung von Texten, Bildern und Grafiken entsprechend der Konzeptvorgaben. Mittels moderner Grafik-, Bildbearbeitungs- und Textverarbeitungsprogramme ist es möglich, medienübergreifende Datensätze zu erstellen, d.h. unabhängig davon, welches Medienprodukt – Multimedia- oder Print-Produkt - hergestellt werden soll.

Die Fachrichtung Medienoperating beinhaltet vorwiegend die technikorientierte Kombination von Text-, Bild-, und Grafikdaten für Multimedia- oder Print-Produkte. Mediengestalter dieser Fachrichtung bereiten die Daten so auf, dass sie mehrfach genutzt werden können, speichern sie auf verschiedenen Datenträgern und sorgen dafür, dass die gleichen Daten auf verschiedenen Ausgabemedien ausgegeben werden können, z. B. können am Grafikcomputer gestaltete Seiten, die Texte, Fotos oder Grafiken enthalten, als Print-Produkt ausgedruckt werden, gleichzeitig aber auch ins Internet gestellt werden, mit zusätzlichen Links oder Buttons versehen und visuell animiert werden.

Mediengestalter der Fachrichtung Medientechnik sind die Spezialisten für den Einsatz der entsprechenden Hard- und Software. Sie sind verantwortlich für die Bereitstellung der Ausgabemedien, sie führen die Datenausgabe in verschiedenen Medienprodukten - Reprografie oder Digitaldruck - aus und stellen Endprodukte in Einzel- oder Serienfertigung her. Zu ihren Aufgaben gehört ebenso die Kontrolle und Dokumentation des gesamten Produktionsprozesses zur Qualitätssicherung der Produktion.
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Arbeitsumfeld Aufgrund der Vielschichtigkeit des Berufsbildes können Mediengestalter für Digital- und Printmedien in der ganzen Bandbreite der Medien- und Kommunikationsbranche arbeiten. Die gewählte Fachrichtung und die Spezialisierung auf bestimmte Qualifikationseinheiten während der Ausbildung sind ausschlaggebend dafür, in welchen Unternehmen Mediengestalter nach ihrer Ausbildung arbeiten können.
Mögliche Ausbildungsunternehmen und Arbeitgeber können sein:

Werbeagenturen
Multimediaagenturen
Verlage
Unternehmen der Druck- und Medienvorstufe
Druckereien im Bereich Offset, Digital- und Tiefdruck
Hersteller von Online- und Offlinemedien

Das Arbeitsumfeld des Mediengestalters ist abhängig von der Struktur, der Betriebsgrösse und der Spezialisierung des Unternehmens auf bestimmte Produkte und Dienstleistungen. Z. B. wird der Mediengestalter der Fachrichtung Medienberatung in einem Buch- oder Zeitschriftenverlag eng mit Mitarbeitern der Bereiche Vertrieb und Marketing, dem Projektmanagement und Kollegen im Rechnungswesen und Buchhaltung zusammenarbeiten. In den Fachrichtungen Mediendesign oder Medienoperating wird er in Werbe- oder Multimediaagenturen in der Regel Mitglied eines Projektteams sein, in dem das komplette Produkt von der Idee bis zur Herstellung verantwortlich entwickelt und realisiert wird. Kollegen sind hier z. B. der verantwortliche Art-Direktor, Autoren, Online-Redakteure und Konzeptioner, Grafiker und Grafik-Designer, Multimedia-Designer oder Screen-Designer, Web-Master, Multimedia-Programmierer, aber auch Mediengestalter der Fachrichtung Medientechnik. In grösseren Unternehmen der Druck- und Medienvorstufe arbeitet er u.U. auch mit anderen gestalterisch tätigen Mitarbeitern in einer separaten Abteilung. Durch die Digitalisierung des gesamten Produktionsprozesses werden die traditionellen Abgrenzungen einzelner Abteilungen, wie etwa des Verlags, der Vorstufe und der Produktion jedoch zunehmend schwinden. Im Bereich des Drucks und der Druckweiterverarbeitung zählen Drucker und Buchbinder, Siebdrucker und Verpackungsmittelmechaniker zum direkten Arbeitsumfeld des Mediengestalters der Fachrichtung Medientechnik.
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Wege zum Beruf Die Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien ist bei ausbildungsberechtigen Betrieben der Druck-, Verlags-, Werbe- und Multimediawirtschaft möglich. Neben der Ausbildung im Betrieb ist der Besuch des Berufskollegs bis zum 18. Lebensjahr verbindlich. Die Dauer der Ausbildung beträgt drei Jahre. Auszubildende sollten sich bereits bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs über ihre Neigungen klar sein, d.h. es sollte vorab entschieden werden, in welcher Fachrichtung die Ausbildung erfolgen soll und ob die Interessen eher im Print- oder Non-Print-Bereich liegen.
Ein Blick in die örtlichen Branchenverzeichnisse (Gelbe Seiten) vermittelt einen ersten Eindruck darüber, welche Unternehmen in der Nähe des Wohnortes ansässig sind. Für eine ausführliche Suche empfehlen sich die regionalen Medienhandbücher. Für Informationen zu freien Ausbildungsplätzen stehen die Industrie- und Handelskammern und Arbeitsämter zur Verfügung.

Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Hrsg.: BIBB, Mediengestalter für Digital- und Printmedien, ein neuer Ausbildungsberuf für die Medien- und Druckwirtschaft. Hrsg.: BIBB, 1998. Aus dem Inhalt: Qualifizierungskonzept, Prüfungen, Ausbildungsrahmenplan, Praxisbeispiele. Zu beziehen über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn

Hrsg.: BVD, Berufe mit Medienkompetenz. Berufskundliche Informationen, Mediengestaltung, Druckvorstufe, Drucktechnik, Weiterverarbeitung. Hrsg.: BVD, 1998/99. Aus dem Inhalt: Berufsbeschreibungen und Anforderungen, Organisation der Berufsausbildung, Fortbildungsmöglichkeiten, Studiengänge. Zu beziehen über den Bundesverband Druck E.V. (BVD) in Wiesbaden

Hrsg.: BW Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH, Wissen Sie, dass Sie mit einer Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien 222 Berufe wählen?. Hrsg.: BW Bildung und Wissen Verlag und Software GmbH, Nürnberg, 1999. Aus dem Inhalt: Check Bewerbung, Vorbildung, Eignung, Arbeitsaufgaben, Weiterbildung.

Hrsg.: Deutscher Multimedia Verband (dmmv), dmmv-Guide. Aus- und Weiterbildung für die Multimedia-Branche. Hrsg.: Deutscher Multimedia Verband (dmmv), High Text Verlag, München, 1999. Aus dem Inhalt: Überblick über Aus- und Weiterbildung in der Multimedia-Branche, Multimediarelevante Ausbildungsberufe im dualen System und Studiengänge.

Schweizer Fachhefte Satztechnik und Typografie, Vier DIN A4-Bände in einem Gesamtumfang von ca. 300 Seiten zu den Themen: Typografische Grundlagen, Satztechnik und Gestaltung, Arbeitsvorbereitung, Formenlehre.
Die Fachhefte sind als Lehrmittel geeignet für alle, die von Grund auf Lernen wollen, wie aus dem Zusammenhang von Schriftbild, Buchstabe, Wort und Zeile eine gute Drucksache entsteht. Auch Anwendungsmöglichkeiten moderner Software werden gezeigt.
Die IG Medien vertreibt die Fachhefte in Deutschland im Auftrag der Gewerkschaft COMEDIA. Preis inkl. Porto und Verpackung: DM 118,00 (ermäßigt für IG Medien-, LAG-, AGD, BDG-Mitglieder DM 98,00). Zu beziehen über IG Medien, Hauptvorstand, Friedrichstr. 15, 70174 Stuttgart


Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften Bundesverband Druck E.V., Postfach 18 69, 65008 Wiesbaden.
Regionale Verbände der Druckindustrie haben Niederlassungen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin/Brandenburg, Bremen, Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saarland, Sachsen/-Anhalt/Thüringen

Deutscher Multimedia Verband (dmmv), Geschäftsstelle: Kaistr. 14, 40221 Düsseldorf, tel.:0211 600 4560 (9:00 - 12:00 Uhr), fax: 0211 600 45633, e-Mail: info@dmmv.de , URL: www.dmmv.de

Industriegewerkschaft Medien, Hauptvorstand, Stuttgart, Postfach 10 24 51, 70020 Stuttgart, tel 0711-20180, fax 0711-2018300, www.igmedien.de

Industriegewerkschaft Medien, Landesbezirk NRW, Hohenzollernring 85-87, 50672 Köln, tel.: 0221 95 14 96 - 0, fax: 0221 52 81 95, e-Mail : igmediennrw@t-online.de
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Specials In Köln wurde die erstmalige Umsetzung dieses neuen Berufsbildes 1998 im Rahmen einer Ausbildungskooperation angegangen, an der zehn Unternehmen der Druck- und Medienbranche sowie sechzehn Auszubildende aller vier Fachrichtungen beteiligt waren. Die Qualifizierungsoffensive Mediengestalter/in für Digital- und Printmedien wurde von sechs institutionellen Partnern betreut.

Für Unternehmen, die dieses Berufsbild ausbilden möchten, wurde von der Qualifizierungsoffensive ein Ausbildungsleitfaden zur Planung und Organisation der betrieblichen Ausbildung entwickelt, der folgende Planungsschritte anbietet:
Erstellung eines Ausbildungsplans, der den betrieblichen Anforderungen entspricht
Überprüfung der betrieblichen Ausbilderqualifikationen
Ermittlung eines möglichen Bedarfs an Ausbildungskooperation
Ansprechpartner zur Realisierung der Ausbildungsplanung

Der ebenfalls in diesem Projekt entwickelte Kooperationsleitfaden unterstützt Unternehmen und deren Ausbilder bei allen wesentlichen Schritten zur Initiierung und Umsetzung einer betrieblichen Ausbildungskooperation.
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