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Arbeitsfelder: Inszenierung & Darstellung
Von Regiesesseln und Schauspielkunst
Entwurf und Form der Darstellung- wer arbeitet daran?




Inszenierung

Wenn es heißt: „Das ist ein Film von ... mit...“ dann sind damit in der Regel Regie und Darsteller gemeint. Filme, Theaterstücke, Shows werden maßgeblich durch die Inszenierung und durch die Schauspieler geprägt.
Oder wie der Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure schreibt: „Regisseurin oder Regisseur sind bei der Entstehung eines Films von der Vorbereitung bis zum fertigen Werk die entscheidende künstlerisch-gestalterische Kraft.“ Das war nicht immer so, schließlich hat sich die Regie-Funktion erst spät aus dem Inspizienten entwickelt, der hinter der Bühne nach dem Rechten zu sehen hat, Requisiten bereitlegt, u.s.w.

Heute umfasst die Regie die gesamte inhaltliche Vorbereitung, die Interpretation des Stoffes, die Besetzung der Darsteller, die Führung der Figuren, die Wahl von Musik oder Ausstattungsmöglichkeiten, usw. In beinahe allen künstlerischen Fragen hat die Regie das letzte Wort – so konnte sich auch der Begriff des Filmemachers (häufig in der Doppelfunktion Regie + Mitarbeit am Drehbuch) durchsetzen.

Bei klassischen Stücken haben sich Inszenierungstraditionen herausgebildet, die bei einer neuen Aufführung neu gesehen, gegen den Strich gebürstet werden können oder mit denen bewusst gebrochen wird. Filmdrehbücher werden (bis auf Remakes) in der Regel immer erstmalig und damit neu inszeniert.

Berühmte Regisseure setzen durch ihre Interpretation, durch die Atmosphäre der Filme und die verwendeten Mittel Maßstäbe. Fellini oder Hitchcock, Varda oder Spielberg – ihre Arbeit ist jeweils unverwechselbar und mit einem ganz eigenen Ausdruck.
Bei anderen Formaten: Shows, Spielfilmreihen oder Soaps soll natürlich eine einheitliche Optik gewahrt bleiben. Hier müssen sich die Regisseure in das bereits vorhandene Grundkonzept einfügen.

Darstellung

Vor der Kamera, auf der Bühne stehen Schauspielerinnen und Schauspieler. Sie geben den Kinofilmen, Fernsehserien und Theaterstücken ein Gesicht.
Sie verkörpern die Menschen, deren Geschichte erzählt wird mit allen Gefühlen: Freude, Trauer, Wut, Liebe, Schmerz. Sie freuen sich oder weinen, sind intrigant oder gutmütig, liebenswürdig oder ein Ekel. Sie verleihen den Gedanken der Figuren Ausdruck, lassen die Lebensgeschichte, die sozialen und persönlichen Umstände sichtbar werden. Eine junge Bäuerin bewegt sich anders wie ein alterndes Mannequin, der Bankangestellte hat andere Gewohnheiten und einen anderes Auftreten wie ein Metzger. Je nach der Zeit in der die Geschichte spielt und der Handlung, sind besondere Fähigkeiten gefragt. Deshalb lernen Schauspielschüler fechten, tanzen, sich – scheinbar- prügeln, singen, u.s.w.
Wer welche Rolle spielt prägt maßgeblich die Erzählmöglichkeiten und vermittelt ein künstlerisches Grundkonzept. Madonna in der Rolle der Evita Peron ist mehr als ein PR-Schachzug – hier wird schon der Charakter der Figur beschrieben.

Gleichzeitig werden Schauspieler mit bestimmten Rollen identifiziert. Romy Schneider wurde buchstäblich zu Sissy. Das kann zum Verhängnis werden, wenn Darsteller auf bestimmte Rollenfächer festgelegt werden: der Böse, das Biest, die Mutter, der Liebhaber, die Ulknudel. Solche Schauspieler müssen kämpfen, um zu beweisen, dass sie auch andere Figuren verkörpern können. Und manch Inszenierung gewinnt ihren besondere Reiz durch eine scheinbar unpassende Besetzung. So war Götz George in der Rolle des Mörders Hamann nach den Tatort-Filmen für viele eine Überraschung.

In der langen Geschichte der Schauspielkunst haben sich ganze Darstellungsschulen entwickelt. Eine Frage dabei ist die Form des Spiels. Soll sich der Schauspieler genz in die Rolle einleben? Oder soll er sie darstellen, eine handwerkliche Distanz zum Spiel und seinen darstellerischen Mittel haben. Stanislawski, Grotowski, Brecht stehen für unterschiedliche Theateransätze und Theorien.

Unabhängig von der inhaltlichen Konzeption werden an Schauspieler unterschiedliche Anforderungen gestellt, je nach dem ob sie auf einer Bühne mit weiter Distanz zum Publikum, vor einer Filmkamera (mit hoher Auflösung in Großaufnahmen) oder für eine Fernseh-Produktion arbeiten. Deshalb sind verschiedene Lehrgänge und spezielle Qualifizierungsmöglichkeiten für Medienschauspieler entstanden, wo das Spiel vor der Kamera erlernt wird.

Im Radio werden bei Hörspielproduktionen als Sprecher in der Regel gelernte Schauspieler engagiert. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Synchronisierung von Filmen.
Die notwendigen Inszenierungs- und Koordinationsaufgaben übernehmen natürlich auch hier Regisseure.


Tanz

Die darstellenden Künste umfassen auch den Tanz. Es gibt einige wenige reine Tanztheater oder Tanzkompagnien. Zu den bedeutensten in der Bundesrepublik zählt natürlich das Wuppertaler Ensemble um Pina Bausch. Tänzerinnen und Tänzer treten außer in der Oper (Ballett) auch im Fernseh- und Filmbereich auf. Dort werden sie für bestimmte Rollen engagiert. Die Inszenierung der Tanzstücke oder getanzten Szenen wird dann von Choreographen übernommen.

Musik

Jeder kennt das Phänomen: eine drängende unheimliche Musik kann eine an sich harmlos wirkende Filmszene bedrohlich erscheinen lassen. Die Fahrt im nächtlichen Sturmregen kann nur in einer Katastrophe enden, die Hauptfigur ist in Gefahr. Mit der Filmmusik eine emotionale Farbe vermittelt: lustig, langweilig, beänstigend, friedlich, verspielt... Ohne dass viel erklärt werden muss, weiß das Publikum instinktiv, was hier „gespielt“ wird. Damit trägt die Filmmusik wesentlich zum Gesamteindruck bei. Nicht umsonst werden seit 1934 (seit 1995 sogar in zwei Kategorien) Oskars für die beste Filmmusik verliehen. In der Werbung, bei Programmankündigungen oder bei Fernsehserien wird die Musik oft als Wiedererkennungseffekt genutzt. Für beliebte Filmmusiken hat sich inzwischen ein eigener Markt entwickelt mit CD-Verkauf etc.

Berufsbeispiele

Regie

Regisseurinnen und Regisseure entwerfen das künstlerische Gesamtkonzept einer Inszenierung. Dabei arbeiten sie eng mit der Produzentin, dem Kameramann, der Szenenbildnerin und den Hauptdarstellern zusammen. Je nach Produktion: Kinofilm, Fernsehserie, Theater, Hörspiel oder Show und den finanziellen Möglichkeiten sind die Spielräume für Regie-Entwürfe größer oder eingegrenzter. Regisseure wählen die geeigneten Mittel aus. Im Film- und TV-Bereich übernehmen Regieassistenten einen Großteil der organisatorischen Vorbereitungen. Die Regieassistenz wird eher als eigenständiges Berufsbild mit speziellen Anforderungen definiert, nicht nur als Sprungbrett zur Regie begriffen. Demgegenüber sind im Theater die Assistenten in der Regel angehende Regisseure.
Regisseure arbeiten häufig freiberuflich, einige sind als Hausregisseure fest angestellt.
Es gibt Studiengänge für Regie.


Schauspielerin / Schauspieler

Der älteste Bühnenberuf. Aus den (Mysterien-)Spielen mit Gesang und Tanz entwickelte sich in Griechenland die erste bekannte Theaterkultur. Die dort erzählten Stoffe werden bis heute aufgeführt- siehe Ödipus.
Aus der vielfältigen Theaterkunst konnte die Film- und Fernsehwirtschaft schöpfen, abgefilmte Theaterstücke stellten einen Großteil der frühen Fernsehspiele dar. Heute ist der Schauspielerberuf für viele eine attraktive Berufsperspektive.
Schauspielerinnen und Schauspieler verkörpern die Figuren, stellen deren Erfahrungen, Gefühle, Gedanken dar.
Es gibt Schauspielschulen, bzw. Kunsthochschulen mit Schauspielstudiengängen. Am Theater sind Schauspieler als Ensemblemitglieder zumindest für eine Spielzeit fest angestellt, im Kino- und TV-Bereich arbeiten sie freiberuflich. Viele arbeiten sowohl für die Bühne als auch für den Film.


Agentin / Agent

Agenturen übernehmen für Schauspielerinnen und Schauspieler, für Musiker und Musikerinnen oder andere Künstler Managementfunktionen. Agenten brauchen umfangreiche Marktkenntnisse und Kontakte, sie haben einen Überblick über aktuelle Produktionen, schlagen Rollen-Besetzungen vor, bieten Bühnenprogramme an und verhandeln über Gagen. Viele Agenturen sind spezialisiert auf ein bestimmtes Gebiet: wie z.B. Rockmusikgruppen, Kabarett oder Kinderdarsteller. Agenten haben in der Regel selbst in der Branche gearbeitet oder sie haben ihre Erfahrungen in einer Agentur erworben.
Für die Besetzung von Kino- und Fernsehfilmen gibt es spezialisierte Casting-Agenturen, die geeignete Darsteller und Darstellerinnen zusammenstellen und der Produktionsfirma vorschlagen. Für Casting-Agenturen arbeiten oft ehemalige Regieassistentinnen, die durch ihre Berufserfahrung abschätzen könne, welche Besetzung für das geplante Projekt geeignet sein könnte. Bei großen Produktionen werden teilweise aufwändige Casting-Aktivitäten entfaltet, die schon Teil der Werbemaßnahmen sind: Wer wird die neue Scarlett in Vom Winde verweht, zweiter Teil?



Berufsliste

Aus- und Weiterbildungsangebote
(Verbindung zu Aus- und Weiterbildungsdatenbank: Inszenierung, Darstellung, Musik)
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