Home   AIM   MIA   Service & Kontakt     Kontakt
Technisch-kreative Gestaltung: Schnitt
MAZ-Editor/in
Kurzinfo
Tätigkeit
Arbeitsumfeld
Anforderungen
Wege zum Beruf
Literatur
Fachverbände / Gewerkschaften
Specials
Kurzinfo MAZ ist die Abkürzung für magnetische Bildaufzeichnung - ein Verfahren, bei dem Bild- und Tonsignale auf ein Video-Magnetband gespeichert werden. Angewandt wird dieses Verfahren u.a bei Industrie- und Schulungsfilmen, in erster Linie aber bei Fernsehproduktionen. Aufgabe des Editors ist die Endbearbeitung von Sendebändern. Dazu gehören Schnitt, der "Einbau" von Effekten und Farbkorrekturen.
 top
Tätigkeit Das Aufgabengebiet und die Anforderungen an den MAZ-Editor sind abhängig vom Format, für das er arbeitet:

News werden auf Betacam SP bzw. Digital Betacam geschnitten. In erster Linie muß der Editor dabei die Technik beherrschen und besonders schnell arbeiten, da News-Beiträge grundsätzlich feste Sendeplätze haben (z. B. in den 8-Uhr-Nachrichten) und das Material für den Schnitt oft kurzfristig geliefert wird. (z.B. der aktuelle Bericht über eine Katastrophe) - Nichts ist älter als die Meldung von gestern!

Reportagen, Features und Magazinbeiträge: Hier kommt zum technischen Können die Auseinandersetzung mit den Inhalten dazu. „Wenn zum Beispiel Unschlüssigkeiten auftreten, kann man schon mal sagen: „Können wir das nicht umstellen" oder „Sollen wir das wirklich nach der zeitlichen Reihenfolge schneiden oder doch lieber thematisch ordnen?". Bei den News ist es egal, da wird einfach zusammengehauen, da muß es eben schnell gehen, aber beim Feature oder bei der Reportage sind die Inhalte und die Auseinandersetzung mit dem Regisseur, Redakteur oder wem auch immer elementar." Karin Henz - MAZ-Editorin (s. auch Interview unter Specials!)

Ein weiteres Aufgabengebiet ist die sogenannte Nachbearbeitung. „Man bekommt ein halbfertiges Produkt und muß es fertigstellen: Beiträge einsetzen, Moderationen, Logos, Schriften, Uhren einblenden ... Da muß man präzise sein - schon allein wegen der vorher festgelegten Dauer. Wenn ein Beitrag beispielsweise genau 45 Minuten und 30 sec. Länge haben soll, muß man zum einen drauf achten, daß die Zeiten stimmen, zum anderen auf Kameraeinstellungen, ob eine Angel ins Bild ragt oder ob irgendwo ein Schatten von einem Mikro zu sehen ist..." Karin Henz

Industriefilm: z.B. Point of Sale-Videos. (Videos, die man unter anderem in Baumärkten sieht - Wie funktioniert der Klammerapparat der Firma XY?). Die gestalterischen Freiheiten des Editors sind abhängig vom Kunden. Gefragt ist technisches Können, da die meisten Produktionen in diesem Bereich vom Editor selbständig geschnitten werden. Karin Henz: „Das kommt immer darauf an, wie der Kunde sich verhält. Es gibt Kunden, die haben exakte Vorstellungen. Die kommen mit Timecode-Listen, Schriftausdrucken und Musikaufnahmen, die sie haben wollen. Es gibt auch andere, die mit einem Berg von Material ankommen und sagen: Mach mal was Flottes draus..."

Bei aufwendigen und künstlerisch anspruchsvollen Produktionen verläuft die Nachbearbeitung in zwei Phasen, dem Offline- und dem Online-Schnitt:

Der Offline-Schnitt erfolgt meist in einem Videoformat geringerer Qualität - z.B. S-VHS (Super VHS). Gemeinsam mit dem Regisseur bzw. Redakteur wird die Schnittdramaturgie festgelegt - ein langwieriger Prozeß, bei dem oft mehrere Schnittfassungen erstellt werden.
Aus Kostengründen werden diese Fassungen an technisch einfacheren Schnittplätzen ausgeführt und wegen der größeren Gestaltungsfreiheit häufig auch an sogenannten nichtlinearen Editsystemen (nonlinear digital auf Computerbasis). Nachteil an diesen Systemen ist die niedrigere Bildqualität, die hochwertigen Produktionen nicht gerecht wird. So muß oft auf die Verwendung von Blenden, Effekten oder Schrifteinblendungen verzichtet werden. Entspricht der Schnitt den Ansprüchen von Regisseur, Redakteur bzw. Auftraggeber (z.B. Werbeagentur) wird die endgültige Fassung in der sogenannten Online-Suite gefertigt.

Online-Schnitt: Anhand der Schnittliste wird hier das Produkt in einem qualitativ hochwertigen analogen (z.B. 1-Zoll-C (fast kaum noch) oder Betacam SP.) oder digitalen Magnetaufzeichnungs(MAZ-)formaten (z.B. Digital-Betacam SP D1, D5, DCT) geschnitten. Vorgesehene Blenden und Effekte werden eingefügt.
 top
Arbeitsumfeld MAZ-Editoren arbeiten je nach Produktion zusammen mit: Regisseur, Redakteur, Producer, Regieassistent, Creativ-Direktor, Art-Direktor, Texter und Auftraggebern (Kunden).
 top
Anforderungen technisches Verständnis, graphische Grundkenntnisse, Konzentrationsfähigkeit, Streßresistenz
 top
Wege zum Beruf
  • Ausbildung zum Film- und Videoeditor
  • Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton
  • Studium (z.B. Diplomstudiengang Schnitt an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg)
  • Assistenz bei einem Editor, in einem Sender oder einer Postproduktionsfirma

Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
 top
Literatur Beller, Hans (Hrsg.): Handbuch der Filmmontage. Praxis und Prinzipien des Filmschnitts, TR-Verlagsunion, München 1993
Appeldorn, Werner van: Handbuch der Film- und Fernseh-Produktion, TR - Verlagsunion, München
Kandorfer, Pierre: DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung, DuMont Buchverlag, Köln
Zur Literaturdatenbank
 top
Fachverbände / Gewerkschaften B.F.S. Bundesverband Filmschnitt Cutter e.V., Kaiserstr. 41, 80801 München
 top
Specials Interview mit Ingo Ehrlich - Film-Editor
Interview mit Hanne Huxoll - Cutterin
Interview mit Karin Henz - MAZ - Editorin
 top
© 2007 Copyright - aim - Ausbildung in Medienberufen - KoordinationsCentrum - in Trägerschaft der sk stiftung jugend und medien - Im Mediapark 7 - D-50670 Köln - Mail-Kontakt - alle Rechte vorbehalten