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Technisch-kreative Gestaltung: Schnitt
Filmeditor/in
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Kurzinfo Der Filmeditor ist dafür verantwortlich, daß aus einer Masse von Bildern und Tönen ein organisches Ganzes entsteht. Seine Aufgabe ist es, aus Hunderten von Metern belichteten Materials einen Film herauszuarbeiten. Zunehmend verlagert sich auch dieser Beruf in den digitalen Bereich: Das Rohmaterial wird im Computer digitalisiert, um Schnittfolgen und -varianten wesentlich einfacher und bequemer zu sichten, bevor eine Schnittfassung endgültig festgelegt und durchgeführt wird.
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Tätigkeit Die Herstellung eines Films entsteht in mehreren Schritten: Im ersten wird das Drehbuch in Handlungseinheiten untergliedert. Der zweite Schritt ist der Dreh, bei dem die Auflösung in Einstellungen von Kameraleuten in Zusammenarbeit mit der Regie vorgenommen wird. Erst dann kommt der Bereich Schnitt ins Spiel: Die Gesamtheit der Einstellungen nennt man Muster, mit denen die eigentliche Filmmontage, der Filmschnitt beginnt.
Wie bereits im Kurzinfo erwähnt, gibt es zwei Möglichkeiten des Schnitts, den klassischen, analogen (Zelluloid, 16 bzw. 35 mm) und den digitalen (z. B. auf Avid).

Klassischer (analoger) Schnitt:

Die Fülle des Filmmaterials gliedert sich in zwei hauptsächliche Bestandteile: Bild und Ton. Bevor der Schnitt beginnen kann, müssen beide synchron angelegt werden. Hans Beller beschreibt die Voraussetzungen dafür in seinem Handbuch der Filmmontage folgendermaßen:

„Das Kamera-Original (am gebräuchlichsten sind heutzutage 16mm oder 35mm Farbnegativ) wird im Kopierwerk entwickelt und bleibt dort. Von diesem Originalnegativ fertigt das Kopierwerk eine Positivkopie an. Das sind die Muster. Sobald die Muster geschnitten werden, spricht man von einer Arbeits- oder Schnittkopie. Nachdem der ganze Film als Arbeitskopie fertig geschnitten ist, geht er zurück ins Kopierwerk zum Negativschnitt."
Der Ton wird adäquat zum Bildformat z.B. auf 16 oder 35mm Perfoband separat geliefert. Das Original (6,25 mm Schmalband) bleibt schon aus Sicherheitsgründen und zwecks Nachbestellung im Tonstudio."

Das Material ist geliefert, der Editor kann mit seiner Arbeit beginnen. Die erste Schnittversion nennt sich Rohschnitt, bei dem auch Entscheidungen hinsichtlich der Erzählform getroffen werden. Regie- und Kamerakonzeptionen werden oft erst am Schneidetisch überprüfbar. Zeigt ein Film hier erhebliche Schwächen, kann der Cutter noch vieles bewirken. Er kann den Film umbauen, bis Inhalte und Aussagen einzelner Szenen miteinander korrespondieren und dramaturgisch funktionieren. Wird diese Version von der Regie "abgesegnet", geht es bei der letzten Stufe des Schnitts (Feinschnitt) nur noch um marginale Veränderungen wie z.B. Länge einer Sequenz oder kleinere Umstellungen.

Digitaler Schnitt:
Ingo Ehrlich, Film-Editor: „Die Assistentin überspielt das Material auf die Festplatten und legt Ton und Bild synchron an. Die einzelnen Szenen werden nach Bildern und Einstellungen sortiert, so daß nichts verloren geht und man die Sachen schnell findet. Nach dieser Vorarbeit schaue ich mir in aller Ruhe das Material an. Meistens gibt es mehrere Takes (Aufnahmen, Anm. d. Red.) von den Einstellungen, und jeder Take hat irgendwie was Gutes. Da ist ein großes Gedächtnis für Bilder und Situationen gefragt, weil man sich vorstellen können muß, wie man die Bilder mit dem Drehbuch zusammenbringt und mit welcher Einstellung man das am besten verwirklichen kann. Dann geht es an den groben Schnitt, bis der Dialog erst mal steht. Danach kommt die feinere Arbeit, bei der es gilt Stimmungen, Emotionen und Spannungen in einer Szene mittels des Schnitts zu erzeugen. Kamera und Regie haben ihren Teil ja schon beigetragen.
AIM: Das ist dann der sogenannte Rohschnitt...
Ehrlich: Ganz genau.
AIM: Und dieser Rohschnitt hat natürlich noch seine Ecken und Kanten...
Ehrlich: Absolut. Hinzu kommt, daß die Szenen kreuz und quer durcheinander angeliefert werden. Auf dem Tape, das ich gerade schneide, kam die vorletzte Szene zuerst und die erste ist immer noch nicht gedreht. Das ist wie ein Puzzle.
AIM: Dann entstehen Filme erst am Schneidetisch?
Ehrlich: Für viele Filme stimmt das. Im Dokumentarfilmbereich sowieso. Da werden zuerst Archivmaterial, gedrehtes Material, Photos, abgefilmte und gesprochene Texte und Interviews gesammelt, bevor überhaupt etwas damit passiert. Es gibt zwar schon ein Konzept, aber Dokumentarfilme entstehen fast alle am Schneidetisch, genau wie viele Spielfilme. Bei täglichen Serien sieht das wieder anders aus. Da gibt es überhaupt keinen Spielraum, das hat auch nichts mit künstlerischer Tätigkeit zu tun, da zimmert man das Material möglichst schnell zusammen." (Das komplette Interview findet sich unter Specials!)
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Arbeitsumfeld Der Film-Editor arbeitet eng zusammen mit: Regisseur, Redakteur, Produzent, Assistent und ggf. auch mit Kunden.
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Anforderungen Gefühl für Musik, Rhythmus und Bilder, gestalterisches und dramaturgisches Wissen und Geschick, Teamfähigkeit.
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Wege zum Beruf

Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Beller, Hans (Hrsg.): Handbuch der Filmmontage. Praxis und Prinzipien des Filmschnitts, TR-Verlagsunion, München 1993
Appeldorn, Werner van: Handbuch der Film- und Fernseh-Produktion, TR - Verlagsunion, München
Kandorfer, Pierre: DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung, DuMont Buchverlag, Köln

Mehr Literatur und interessante Internetseiten im Berufsbild Cutter/in.
Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften B.F.S. Bundesverband Filmschnitt Cutter e.V., Haimhauserstr. 5a, 80802 München, www.bfs-cutter.de
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Specials Interview mit Hanne Huxoll - Cutterin
Interview mit Ingo Ehrlich - Film-Editor
Interview mit Karin Henz - MAZ-Editorin
Interview mit Holger Harms - Mediengestalter Bild und Ton
Alles Walzer ...und cut! Ruodlieb Neubauer (Professional Productions) im Gespräch mit Cutter Hans Funk über die Fernsehfilmproduktion "Opernball". (Erstdruck in: Professional Production, Ausgabe 03/98)
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