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Technisch-kreative Gestaltung: Ton
Tonmeister/in
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Kurzinfo Erst Ende der zwanziger Jahre löste der Tonfilm den Stummfilm ab. Eine Veränderung, die auch die Bildgestaltung sehr veränderte. Wurde beim Stummfilm noch die Spielhandlung mittels Gebärden, Mimik und Texttafeln erzählt, so kam man mit der Einführung des Tons der Wirklichkeit ein gutes Stück näher: Darsteller konnten nun natürlicher agieren, Musik und Geräusche erzeugten einfacher die gewünschte Atmosphäre. Der Unterschied zwischen Stumm- und Tonfilm verdeutlicht den Stellenwert der tontechnischen Berufe auch bei den Bildmedien. Beim Hörfunk ist die Bedeutung offensichtlich: Das Radio wäre ohne Spezialisten schlichtweg langweilig.

Der Tonmeister, im englischen auch recording director genannt, ist für Orginaltonaufnahmen, Synchronisationen, Überspielungen, die Mischung und Tonschnittüberwachung bei Film, Fernseh- und Videoproduktionen zuständig.
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Tätigkeit Auch hier zunächst Sprachverwirrung: Da gibt es Tonmeister, Toningenieure, Tontechniker und jede Menge Spezialisierungen. Wo genau liegt der Unterschied?
Tonmeister gab es ursprünglich nur beim Film. Heute hat sich diese Berufsbezeichnung auch bei Hörfunk und Fernsehen verbreitet. Der Begriff Meister soll die künstlerisch-technische Doppelbegabung wiederspiegeln, die dieser Beruf erfordert.

Was macht der Toningenieur? Oberflächlich betrachtet sind seine Aufgaben in weiten Teilen identisch mit denen des Tonmeisters. Die unterschiedliche Bezeichnung drückt weniger eine Arbeitsteilung und erst recht keine Rangfolge aus, sie hat vielmehr historische Gründe. Dazu kommt, daß sich in Deutschland nur derjenige Ingenieur nennen darf, der eine Ingenieursausbildung an einer Hochschule absolviert hat. (Dennoch können Tontechniker im Laufe der Zeit in den Aufgabenbereich des Toningenieurs hineinwachsen und dann auch intern so bezeichnet werden.)

Grundsätzlich geht es bei allen Tonberufen darum, Sprache, Musik und Geräusche so aufzuzeichnen und zu übertragen, daß bei der Wiedergabe der gewünschte Höreindruck vermittelt wird. Gewünscht meint bei jeder Form der Wortproduktion Verständlichkeit - von Nachrichtensendungen über Talkshows bis zu Hörspielen. Unerwünscht sind jegliche Störgeräusche.

Der Aufgabenbereich des Tonmeisters umfasst die künstlerische und technische Mitarbeit bei der Herstellung von inszenierten Spielfilmen, Fernseh- und Videoproduktionen, Dokumentar-, Industrie- und Werbefilmen. Seine Aufgabe ist die kreative und eigenverantwortliche Tongestaltung des Films in Zusammenarbeit mit der Regie.
Tonaufnahmen für Film und TV sollten mit dem optischen Geschehen korrespondieren. Vertrautheit mit den dramaturgischen Gesetzen bei Film und Fernsehen sind dazu Voraussetzung. Der Tonmeister muß Bildinhalte und die Aussage einer Szene schnell erfassen und akustisch umsetzen. Ton und Bildperspektiven müssen dramaturgisch sinnvoll und im Ablauf organisch miteinander verbunden werden.

Aufgabenbereiche in den einzelnen Produktionsphasen:

Vorbereitungsphase: Ausarbeitung des Drehbuchs im Hinblick auf die Tongestaltung, Vorbesprechungen mit Regisseur, Kameraleuten, etc., Festlegung und Überprüfung des Equipments und Materials.

Durchführung: Aufnahme von Sprache, Geräuschen und Musik, Beratung der Regie, Überwachung der Tonaufnahmen (Qualität), Aufnahmen von bildunabhängigen und dramaturgisch erforderlichen Zusatztönen, Überspielung der Töne für die Tonmontage, künstlerisch/technische Überwachung der Tonmontage.

Nachbearbeitung: Überwachung des Tonschnitts, Zusammenarbeit mit dem Cutter bei der Sprach-, Geräusch- und Musikmontage, Tonmischung, Abnahmekontrolle der Umspielung beim Lichttonverfahren.
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Arbeitsumfeld Der Tonmeister arbeitet eng zusammen mit: Regisseur, Kameramann, Beleuchter, Produktions- und Aufnahmeleiter, Requisiteur, Cutter.
Weitere Berufsfelder im Bereich Ton: Toningenieur, Tontechniker, Mediengestalter Bild und Ton .

Spezialisierungen: Misch-Tonmeister, Rundfunk-Tonmeister, Synchron-Tonmeister, Tonaufnahmetechniker .
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Anforderungen Umfassende technische und organisatorische Fähigkeiten, ausgeprägtes Einfühlungs- und künstlerisches Gestaltungsvermögen, psychologisches Geschick im Umgang mit Angestellten, Regie und Kameraleuten.
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Wege zum Beruf
"Ich würde jemandem, der in diesen Bereich will, raten, Praktika bei unterschiedlichen Firmen zu machen, die etwas mit Postproduktion zu tun haben. Wenn sich bei uns Leute bewerben, muß ich schon die Affinität zum Ton spüren. Ich will sehen, daß die Leute sich dafür interessieren. Und dann würde ich auch die Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton empfehlen, weil dabei zur Praxis auch die Theorie kommt." (Lothar Segeler - Tonmeister, das komplette Interview findet sich unter Specials)


Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Kandorfer, Pierre: DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung, Theoretisch-technische Grundlagen der Filmkunde, DuMont Verlag, Köln, 1984,
Webers, Johannes: Handbuch der Film- und Videotechnik, Franzis Verlag, München, 1985,

van Appeldorn, Werner: Handbuch der Film- und Fernsehproduktion, TR-Verlagsunion, München,


Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften BVT - Berufsverband Ton, Kurfürstenstr. 17a, 22041 Hamburg,
VDT - Verband Deutscher Tonmeister eV, Masurenallee 8-14, 14046 Berlin,
VPLT - Verband für professionelle Licht- und Tontechnik, Walsroder Str.159, 30853 Langenhagen., Tel.: 0511 966 68 89, Fax: 0511 966 68 90, Infotelefon: 0511 900 125 12 12, www.vplt.de
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Specials Interview Lothar Segeler Tonmeister
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