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Technisch-kreative Gestaltung: Licht
Oberbeleuchter/in
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Kurzinfo Der Oberbeleuchter (OB) ist der verantwortliche Lichttechniker einer Produktion. In Zusammenarbeit mit anderen Lichttechnikern ist er technisch und gestalterisch für die Umsetzung der Lichtvorstellungen des Kameramannes verantwortlich.

E X K U R S :

"Licht ist ein sehr schwieriges, nicht greifbares Medium. Man kann es im Prinzip nicht sehen, erst dann, wenn es sich in irgendwas bricht. Du weißt nicht, wie die Emulsionen vom Film reagieren. Es ist nichts Greifbares. Du kannst mit dem Auge nicht sehen, ob etwas doppelt oder halb so hell ist. Du weißt nicht, wie das in der Kamera wirkt, wenn auf Film gedreht wird. Bei einer elektronischen Kamera ist das möglich, bei einer Filmkamera nicht. Daß Lichtmachen hauptsächlich darin besteht, Licht wegzunehmen, muß man erst lernen. Jeder meint, als Beleuchter baut man Scheinwerfer auf. Ein Scheinwerfer macht erstmal alles hell. Ein Bild wird aber erst interessant, wenn es auch Schwarzzonen hat, oder ein Gesicht wird interessant, wenn es nicht total ausgeleuchtet ist, sondern wenn du zum Beispiel die Nase rausgearbeitet hast: Zum Beispiel eine Dame mit einer Knubbelnase hübsch aussehen zu lassen. Das kannst du alles mit Licht machen, und das muß man lernen." (Niels Meier, Oberbeleuchter. Das komplette Interview findet sich unter Specials!)
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Tätigkeit "Ein Oberbeleuchter ist für ganz unterschiedliche Dinge zuständig. Das hängt immer vom Projekt ab, an dem man gerade arbeitet. Ob man zum Beispiel an einer Reality-TV Geschichte wie "Notruf", in einem Studio, für eine Game-Show, eine szenische Produktion oder on location beim Film arbeitet - das sind völlig verschiedene Bereiche. Grundsätzlich betreut der Oberbeleuchter das Licht. Das ist wiederum abhängig von den Kameraleuten, mit denen man arbeitet. Es gibt Kameraleute, die haben eine genaue Vorstellung. Da ist man als Oberbeleuchter reine Exekutive, derjenige, der die Lampe X von hier nach dort trägt und sie dann in zwei Meter Höhe installiert. Das sind die eher undankbaren Aufgaben. Befriedigender ist es natürlich wenn der Kameramann einen in seine Arbeit mit einbezieht. Das kann in jedem Bereich passieren, bei einer Reportage, aber genausogut bei einer teuren Spielfilmproduktion. Egal wie das Equipment immer aussehen mag, ob man nur eine Akkuleuchte zur Verfügung hat oder mit zwei Tonnen Material unterwegs ist, Vorschläge für die Ausleuchtung kann man immer machen." (Niels Meier - Oberbeleuchter. Das komplette Interview findet sich unter Specials!)

Oberbeleuchter werden in der Regel während der Vorbereitungs- und der Produktionsphase beschäftigt.

Aufgaben während der Vorbereitungsphase:
  • Lesen des Drehbuchs, besonders im Hinblick auf spezielle Aufnahmetechniken wie Autofahrten, Aufbauten für Leuchten und Lampen, Spezialeffekte
  • Motivbesichtigung mit Kamera, Regie und Produktion
  • Beratung mit Kameramann, Produktionsleitung und Architekt
  • Erstellung von Geräte- und Verbrauchsmateriallisten, Lkw-/Pkw-Anforderung
  • Absprache und Erstellung von Zusatzmateriallisten, Anforderung von Zusatzpersonal
  • Zusammenstellung der Lichttechniker-Crew
  • Zusammenstellung und Laden der Beleuchtungsgeräte bei den Lichtverleihfirmen
  • Funktions- und Sicherheitskontrolle des Beleuchtungsmaterials und Kontrolle der Gerätelisten
  • Organisation der Bereitstellung von Stromanschlüssen


Während der Drehzeit:
  • Absprachen der Aufbau- und Einleuchtzeiten mit der Disposition
  • Koordinierung des Lichtaufbaus, -umbaus und -abbaus
  • Kontrolle der Farbtemperatur bei den einzelnen Leuchten
  • Kontrolle der verwendeten Folien
  • Einweisung der Lichttechniker für Vor- und Umbauten
  • Disposition und Logistik des Equipments

Außerdem muß der Oberbeleuchter bei seiner Arbeit Lichtwechsel, die Lichtposition der Darsteller, ungewollte Schatten und Reflektionen, Fremdvorschriften und die Versicherungsbedingungen beim Lagern in Absprache mit der Produktionsleitung beachten.
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Arbeitsumfeld Der Oberbeleuchter arbeitet eng zusammen mit: Beleuchter, Kameramann, Regisseur, Redakteur, Produktionsleitung, Filmarchitekt und Schauspielern.
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Anforderungen Gute körperliche Konstitution (Scheinwerfer sind nicht unbedingt leicht) und einwandfreies Sehvermögen (volle Farbsichtigkeit), schnelle Auffassungsgabe und das "Auge" für Lichtverhältnisse und Lichtstimmungen werden ebenfalls vorausgesetzt.

"Man sollte wach sein und ein Interesse für Technik haben. Man sollte davon ausgehen, daß man zwischen 10 und 14 Stunden am Tag arbeitet und kaum Privatleben hat. Die Anforderungen sind vielschichtig: In jeder Crew gibt es einen häuslichen Menschen, der in den Lkws Ordnung hält, es gibt einen kommunikativen Menschen, der die Beziehungen zur Maske, zum Catering und so weiter pflegt. Wenn du 10 bis 14 Stunden am Tag arbeitest, ist es sehr wichtig, daß diese Beziehungen stimmen, weil man nicht im Streß arbeiten möchte. Es gibt Bedarf für einen Fixen, es gibt Bedarf für einen, der etwas ruhiger ist.
Man muß Spaß an der Arbeit haben, das ist wichtig. Wenn ich weiß, daß ich lieber einen geregelten 8-Stunden-Tag und 6 Wochen Urlaub im Jahr habe, dann würde ich sagen, laß die Finger weg. Wenn man sich aber vorstellen kann 4 bis 6 Filme im Jahr zu machen und da voll dabei zu sein und dafür anschließend 3 Monate frei hat, dann würde ich sagen, mach es. Für Leute aus meiner Generation, die Familien gründen und Kinder kriegen ist es sehr schwer, sich nebenher noch um die Familie zu kümmern. Es gibt viel Knatsch. Das ist nichts für jedermann.

Also: Technisches Interesse ist sehr wichtig und vor allen Dingen die Fähigkeit, miteinander arbeiten zu können. Der Beleuchterberuf ist nichts für Einzelgänger. Da würde ich eher sagen: Richtung Regie oder Kamera gehen." (Niels Meier - Oberbeleuchter)
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Wege zum Beruf
  • Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton
  • Quereinstieg nach einer elektrofachlichen Ausbildung
  • vor der Ausbildung kann ein Praktikum in einem Studiobetrieb (Show, Liveaufzeichnungen, Musical) oder Theater sinnvoll sein, um das Arbeitsfeld kennen zu lernen

"Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann bei einer Lichtfirma mit einem Praktikum anfangen - 6 bis 8 Monate dauert das ungefähr. Man muß höllisch aufpassen, bei wem man landet, weil man oft ausgenutzt wird. Was es zu vermeiden gilt: Wenn man bei einem Equipment-Haus als Praktikant arbeitet und für die aus Personalmangel als Beleuchter rausgeschickt wird. Da gibt es Kandidaten, die machen so was, verdienen Geld damit und versauen sich den Namen, weil sie noch nichts können. Der Kunde erwartet natürlich, daß man das kann, weil er schließlich für einen Beleuchter bezahlt. Man sollte nie über den Anspruch hinauswachsen, nur Praktikant zu sein. Dann fährt man eigentlich wunderbar und kann sich etwas zurückziehen, die Sache erst einmal beobachten, bevor man loslegt. Wir arbeitet seit fünf Jahren mit Praktikanten, die später auch als Assistenten bei Filmen dabei sind. Das hat sich eigentlich bewährt." (Niels Meier - Oberbeleuchter)


Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Dorn, Eckehard: Gestalten mit Licht. Eine auf das Wesentliche konzentrierte Anleitung zur Lichtgestaltung, Schriftenreihe der Schule für Rundfunktechnik, Band 22, Nürnberg 1992
Kandorfer, Pierre: DuMont´s Lehrbuch der Filmgestaltung, Theoretisch-technische Grundlagen der Filmkunde, DuMont Verlag, Köln, 1984

Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften BVB - Bundesverband Beleuchtung und Bühne (Kamerabühne) e.V., Grützmühlenweg 76, 22339 Hamburg, www.bvb-verband.de

Deutsche Lichttechnische Gesellschaft e.V., Burggrafenstr. 6, 10787 Berlin (beschäftigt sich mit der Förderung der Lichttechnik in Theorie und Praxis),

VPLT - Verband für professionelle Licht- und Tontechnik, Walsroder Str.159, 30853 Langenhagen, Tel.: 0511 /270 74-74, Fax 0511 /270 74-777 , www.vplt.org

Deutsche Theatertechnische Gesellschaft, Gruberstr. 75, 85586 Poing, www.dthg.de
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Specials Interview mit Niels Meier, Oberbeleuchter
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