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Inszenierung & Darstellung: Moderation
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Kurzinfo Hörfunk-/Fernseh-Magazine, Diskussionsrunden, Musik- und Unterhaltungssendungen sowie Talk-Shows sind so gut wie ihre Inhalte und Moderatoren, die sie präsentieren. Der Moderator ist der "Verkäufer" des Programms. Ob er zu einem Beitrag überleitet, einen Musik-Titel ankündigt oder eine dumme Bemerkung fallen läßt, der Moderator will für die Sendung werben, neugierig machen, Erwartungen schüren und den Zuhörer/ Zuschauer atmosphärisch einstimmen. In seiner Funktion agiert er als "Vermittler" zwischen Programm und Publikum und stellt so einen persönlichen Bezug her. Durch seine Art prägt er das unverwechselbare Image der Sendung oder gar des ganzen Programms. Oft sieht/hört man eine Sendung wegen des Moderators. Er ist wie der Gast im Wohnzimmer, der informiert und unterhält und den man nach Belieben wieder hinauswerfen kann. Doch um eingeladen zu werden, sollte er verständlich, sympathisch und glaubwürdig erscheinen.
Je nach Sendeformat muß der geeignete Moderator gefunden werden. Ob sachlich, provokativ, ironisch, verständnisvoll, frech, witzig: der Moderationsstil muß dem Charakter der Sendung und der Zielgruppe entsprechen. Ein Nachrichten-Magazin mit informativem Schwerpunkt wird anders präsentiert als die unterhaltende Game-Show. Die jugendlich-lässige Schnodderigkeit eines Viva-Moderators wäre für die Klassikschiene fehl am Platz. Um das passende "Aushängeschild" für eine Sendung zu finden, gehen oft aufwendig Castings (das sind Besetzungsproben, in dem Fall: Probemoderationen) voraus. Denn: Wer ein kritisches Verbraucher-Magazin verkaufen kann, muß nicht unbedingt ein amüsanter Talkmaster sein. Auch ist nicht jeder Moderator "Live-tauglich" sondern braucht die Sicherheit, gegebenenfalls eine Anmoderation wiederholen zu können (aufgezeichnete Sendungen).

Viele Moderatoren sind Journalisten ( Redakteure, Reporter). Andere sind Schauspieler, Musiker oder vielleicht Experten auf bestimmten Gebieten.

Aus welchen Reihen die Stimmen am Mikrophon oder die Gesichter auf dem Bildschirm auch kommen, so plötzlich sie auftauchen sind sie häufig auch wieder verschwunden. Die Präsenz in Funk und Fernsehen und die damit verbundene Publicity macht den Beruf des Moderators äußerst attraktiv. Doch die hohe Fluktuation läßt auch Rückschlüsse auf die Härte des Geschäfts ziehen.
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Tätigkeit Der Moderator nimmt an Redaktionskonferenzen teil, in denen er Themen, Inhalt und Ablauf der Sendung erfährt. Hier erhält er alle Informationen und Unterlagen, die zu dem Zeitpunkt verfügbar sind. Er bringt auch eigene Ideen und Materialien mit ein, denn je mehr er sich mit der Sendung befaßt und identifiziert, desto besser wird er durch das Programm führen. Um auf dem Laufenden zu bleiben, steht er ständig in Kontakt mit der Redaktion, die ihm die aktuellen Informationen über Themen, Studiogäste und Änderungen gibt. Mit den Autoren bespricht er direkt oder telefonisch Inhalt und Anmoderation der Beiträge. Oft stehen ihm Rechercheure zur Seite, die ihn "briefen": Sie liefern ausgewählte Informationen und Unterlagen zu Themen und Gästen der Sendung, erarbeiten Fragen, weisen auf mögliche Konfliktsituationen hin, etc. Besonders Talkmaster, die jeden Tag auf Sendung sind, haben gar nicht die Zeit, sich auf die Themen selbst vorzubereiten. Sie sind auf die qualifizierte Zuarbeit ihrer Mitarbeiter angewiesen, damit sie sich möglichst schnell und umfangreich auf ihre Sendung vorbereiten können. Meistens schreibt der Moderator seine Texte selbst. Dabei kann er wählen, ob er sich als Gedächtnisstütze Stichworte auf einer Karteikarte notiert oder seine Moderationen komplett ausformuliert. Ist er auf Sendung, so wird er im ersten Fall "frei" moderieren, nur hin und wieder gleitet sein Blick auf die Karten, im zweiten Fall (gilt nur für Fernseh-Moderation) wird er den Text von einem Telepromper oder Autocue ablesen (Gerät, das dem Moderator bei gleichzeitigem Blick in die Kamera das Ablesen von Texten ermöglicht, ohne daß der Zuschauer etwas bemerkt). Beide Vortragsweisen haben Vor- und Nachteile. Für welche der Moderator sich auch entscheidet, er muß sein Publikum so ansprechen, daß es dran bleibt. Dazu führt er mit ihm einen "imaginären" Dialog, der die Leute neugierig macht, bewegt, aufrüttelt, empört, interessiert, unterhält. Je nach Sendeformat hat der Moderator Spielraum, sich einzubringen oder zurückzuhalten. Um Zuhörer-/Zuschaueranreize zu schaffen, stehen ihm verschiedene Mittel zur Verfügung:

Hörfunk: Klang der Stimme, Lautstärke, Betonung, Sprechrhythmus, Pausen, Geräusche, natürliche Sprechweise (Umgangston treffen, Kunstsprache vermeiden), Interview-Technik, Moderationsdauer ("kürzer ist meist besser").

Fernsehen: hier kommen Aussehen, Auftreten, Mimik, Gestik, Körpersprache, Kleidung, Temperament und Ausstrahlung dazu.

Der Moderator auf Sendung
  • informiert über Hintergründe, Fakten, Leute, etc.,
  • führt Gespräche und Interviews mit Gästen, Experten, Publikum, in- und außerhalb (per Übertragungsleitung) des Studios. Dabei ist er nicht unbedingt der Allwissende. Er steht stellvertretend für Hörer oder Zuschauer. Trotzdem muß er Sachkompetenz vermitteln, damit er von seinem Gesprächspartner ernstgenommen wird,
  • kommentiert, interpretiert und faßt Inhalte verständlich zusammen,
  • unterhält mit witzigen einfallsreichen Bemerkungen, Gags, Sprüchen, Spielen, etc.,
  • schafft Übergänge zwischen den einzelnen Programmpunkten,
  • überbrückt Pannen (Filmverwechslungen oder fehlende Einspielungen) und überspielt Schwächen.

Beim Hörfunk sind Redakteur (er durchforstet Zeitungen und Agenturmeldungen nach interessanten Neuigkeiten und Beiträgen, schreibt die Moderationen, wählt Musik aus, kurz: er stellt die gesamte Sendung zusammen) Moderator (er präsentieren die Sendung am Mikrophon) und Techniker (im Selbstfahrerstudio koordiniert der Moderator Jingles, Beiträge und Werbung mit Moderation und Musik zu einem harmonischen Hörbild) oft ein und dieselbe Person.

Im Fernsehbereich, besonders bei Magazin-Sendungen, kommen viele Moderatoren aus den Chefetagen oder den Redaktionen und sind damit für Form und Inhalte mitverantwortlich.

Wird eine Sendung auch nur von einer Stimme bzw. einem Gesicht präsentiert, so ist die Moderation dennoch keine One-Man-Show, sondern das Ergebnis harter und aufwendiger Teamarbeit.
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Arbeitsumfeld Moderatoren arbeiten eng zusammen mit: Redaktion, Autoren, Regisseuren, Kameraleuten, Technikern, Beleuchtern, Aufnahmeleitern, Assistenten, Kostüm- und Maskenbildnern, Gesprächspartnern, Künstlern und sonstige Gästen.
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Anforderungen Talent, hervorragende Allgemeinbildung, journalistischer Hintergrund, Sprecherausbildung, gute Stimme, Gespür für Menschen und Situationen, Konfliktfähigkeit, Spontaneität, Schlagfertigkeit, Sprachgewandtheit, Teamfähigkeit, Persönlichkeit.
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Wege zum Beruf Viele Moderatoren haben einen journalistischen (s. Wege zum Beruf ->Journalist) oder künstlerischen (Schauspieler, Musiker) Hintergrund. Einen einheitlich geregelten Ausbildungsweg gibt es nicht. Manchmal ebnet der Seiteneinstieg als Experte den Weg vor die Kamera oder das Mikrophon. Auch Talent, Aussehen, Ausstrahlung und die richtige Chance können ein Sprungbrett sein. Empfehlenswert für angehende Moderatoren ist aber in jedem Fall:
  • Sprecherausbildung, Atem-/Stimmübungen,
  • Moderationsseminare, die von verschiedenen Trägern angeboten werden.



Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur von la Roche, Walther: Einführung in den praktischen Journalismus, List Verlag, München, 1995
von la Roche, Walther; Buchholz, Axel: Radiojournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk, List Verlag, München, 1997

Schult, Gerhard; Buchholz, Axel: Fernsehjournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis, List Verlag, München 1993

Pürer, Heinz: Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen, UVK Medien, Konstanz 1996

Blaes, Ruth; Heussen, Gregor A.: ABC des Fernsehens, UVK Medien, Konstanz, 1997

Arnold, Bernd-Peter: ABC des Hörfunks, UVK Medien, Konstanz, 1991

Wachtel, Stefan: Sprechen und Moderieren in Hörfunk und Fernsehen, UVK Medien, Konstanz, 1997

Kammamann, Uwe (Hrsg.): Die Schirm-Herren. 12 politische TV-Moderatoren, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1989


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