Home   AIM   MIA   Service & Kontakt     Kontakt
Arbeitsfelder: Ausstattung
Von Kulissen, Kostümen, Puder und Perücken
Szenenbild, Kostümbild, Maskenbild - wie sehen hier die Tätigkeiten aus?




Überblick
Der Blick des Zuschauers muss harte Arbeit leisten: Manchmal hat er nur wenige Sekunden Zeit, um sich zurechtzufinden.

Zum Beispiel:

(Kein Ton.) Drei unsympathische Dealer sitzen in einem Hotelzimmer.

Nächste Szene. (Auch kein Ton.) Von außen sieht man einen Herrensitz in den Südstaaten. Innen / In ihrem Zimmer steht die entsprechende Südstaaten-Schönheit vor dem Spiegel. Ohne dass sie es bemerkt, öffnet sich die Tür, und ein brutaler Mann betritt den Raum.

Gut. Natürlich waren da Kamera, Licht und Schauspieler. Aber kein Wort oder Ton ("hey, was sind wir für prima Dealer, Mann!"). Und auch keine Schrifttafel ("Georgia, 1870").

Warum weiß ich trotzdem, dass Dealer (sind das Dealer?) in einem Hotelzimmer sitzen. Was ist das Brutale an dem Südstaaten-Mann? Warum sind die Dealer so unsympathisch??

Das kann nicht nur an der überzeugenden Schauspielerleistung liegen. Nichts gegen Schauspieler: Aber häufig wenn der orientierungssuchende Zuschauer weiß, in welcher Epoche die Geschichte spielt, wenn er auf den ersten Blick das Gefühl hat, eine bestimmte Figur sei "cool", "nicht ganz nüchtern" oder "einsam", dann kann das auch die Leistung derjenigen sein, die man ein wenig pauschal unter dem Überbegriff "Ausstattung" zusammenfasst. Ausstattung umfasst die Bereiche Filmarchitektur, Szenenbild, Requisite, Kostüm- und Maskenbild.

Natürlich spielen TV- und Kinofilme oder Werbespots nicht immer in Raumschiffen oder in den Südstaaten. Aber auch für "ausstattungsarme" Filme und Spots gilt: Während einer kurzen Szene stürzen auf den Zuschauer unzählige Informationen ein. Wie verhindert man, dass sein Blick einfach nur wild hin- und herspringt? Wie sorgt man darüber hinaus dafür, dass er die Dinge registriert, die man betonen wollte, und das auch noch in der gewünschten Reihenfolge? Dass er die richtigen Schlüsse zieht ("Junge extravagante Frau kommt aus der Disco in ihr Single-Loft"? "Sympathischer junger einsamer Mann mit Koffer kommt in eine fremde Stadt, in eine leere Wohnung - das Handy klingelt")? Auf den ersten Blick müssen Situationen eingeordnet, Sympathien oder Antipathien entwickelt werden - egal wie hoch der Ausstattungsetat ist und wie lang der Film bzw. der Spot sein darf.
Besonders die Ausstattungsstäbe von Produktionen haben häufig mit Budgetbeschränkungen zu kämpfen. Wenn es sich nicht gerade um einen utopischen, historischen oder "special effects" - Film handelt, denken viele, dass die Arbeit an Bau und Szenenbild, Kostüm und Maske nicht allzu teuer sein kann. Dabei erfordern oft gerade scheinbar "unspektakuläre" Inszenierungen Genauigkeit und Mühe, auch wenn sich dies dem Zuschauer nicht offensichtlich mitteilt (so hat der Trenchcoat von Humphrey Bogart mindestens ebenso Geschichte gemacht wie die Kostüme von Vivien Leigh in "Vom Winde verweht".).

Berufsbeispiele


Szenenbildner/in

Szenenbildner entwerfen, planen und realisieren die jeweiligen Schauplätze der Filme (locations): Räume, Häuser oder ganze Straßenzüge. Dafür können vorhandene Räume umgebaut oder Kulissen im Studio errichtet werden. Auch für Entertainment-Formate von großer Show bis zur Talksendung werden Studioeinrichtungen entworfen und gebaut. Nachrichten und Magazinsendungen werden zunehmend in virtuellen Studios (vor blauem oder grünen Hintergrund) aufgezeichnet. Die jeweiligen Hintergründe (Studiodekorationen, Schaubilder, Wetterkarten etc.) werden über den Rechner eingespielt. Auch bei Spielfilmen kommen inzwischen virtuelle Szenenbilder zum Einsatz. Szenenbildner brauchen Kenntnisse in Kunst- und Kulturgeschichte und müssen über schöpferische Phantasie und dramaturgisches Denken verfügen. Da sie die technische und handwerkliche Ausführung leiten, müssen sie mit technischem Zeichnen und Materialkunde vertraut sein. Für die Kostenkalkulation der teilweise aufwändigen Arbeiten ist auch kaufmännisches Denken erforderlich. Das ausführliche Berufsprofil.

Kostümbildnern/in

Kostümbildner entwerfen Kostüme und überwachen deren Produktion. Dem Entwurf gehen oft Recherchen voraus: Wie haben sich die Menschen einer bestimmten Epoche (Barock oder Fünfziger Jahre) gekleidet, welche Farben, Stoffe, Schnitte wurden verwendet? Als Grundlage dienen Photos, Modejournale, zeitgenössische Bilder oder Beschreibungen. Beim Entwurf müssen auch die dramaturgischen Besonderheiten berücksichtigt werden. Die Kleidung darf nicht fabrikneu wirken, Tragefalten oder andere Abnutzungserscheinungen, Verschmutzungen müssen markiert werden.
Bei aktuellen Sendungen, Nachrichten und Magazinen beraten Kostümbildner die Moderatoren, wie sie sich kleiden sollen. Bei vielen Sendungen gibt es Kooperationen mit Modehäusern, die aus Werbezwecken ihre Produkte kostenlos zur Verfügung stellen. Hier müssen die Kostümbildner mit den Firmen verhandeln und übernehmen auch Koordinationsaufgaben. Das ausführliche Berufsprofil.

Maskenbildner/in

Wenn Menschen vor einer Kamera stehen, brauchen ihre Gesichtszüge eine professionelle Unterstützung. Moderatoren und Gesprächspartner werden für die speziellen Licht- und Kamerabedingungen geschminkt. Bei aufwendigen Figuren kann ein Darsteller mehrere Stunden „in der Maske“ zubringen.
Bei Spielfilmen steht am Anfang das Erstellen eines maskenbildnerischen Konzeptes (Make-up, Frisuren). Dafür sind eventuell Recherchen, etwa die Suche nach historischen Vorlagen, notwendig. Dieses Konzept wird mit der Regie, den Szenenbildnern und Kostümbildnern abgestimmt. Danach werden die erforderlichen Einzelteile angefertigt: Perücken, Haarteile, Bärte, Glatzen, Narben, Wunden, Zahnersatz, etc.
Je nach Film werden auch Vollmasken aus Leder, Textil, Latex etc. hergestellt. Während der Dreharbeiten oder Vorstellungen betreuen Maskenbildner die Darsteller: Frisieren, Schminken, Aufsetzen von Perücken, Ankleben von Bärten usw. Das ausführliche Berufsprofil.


Medienberufe (Verknüpfung mit Af o051)
Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten (Verknüpfung mit Datenbank: Konzeption und Entwicklung)
© 2007 Copyright - aim - Ausbildung in Medienberufen - KoordinationsCentrum - in Trägerschaft der sk stiftung jugend und medien - Im Mediapark 7 - D-50670 Köln - Mail-Kontakt - alle Rechte vorbehalten