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Konzeption & Entwicklung: Redaktion / Journalistik
Online- Redakteur/in
Kurzinfo
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Wege zum Beruf
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Fachverbände / Gewerkschaften
Kurzinfo Journalisten arbeiten in vielen verschiedenen Bereichen: bei Zeitungen und Zeitschriften, in Radio- und TV-Sendern, für PR-Agenturen, in Öffentlichkeitsabteilungen und im Internet. Die Arbeitsschritte unterscheiden sich je nach Medium und Aufgabengebiet, die Methoden journalistischer Arbeit allerdings nicht. Viele Journalisten sind im Laufe ihres Berufslebens für verschiedene Medien tätig. So wechseln Redakteure vom Radio zum Fernsehen, aus der Printredaktion in den Online-Bereich und umgekehrt. Fachleute diskutieren, ob es überhaupt den Beruf des Online-Journalisten gibt. „Online-Journalismus ist kein neuer Beruf“, stellte U. Booms von Spiegel Online apodiktisch fest. Die Zukunft wird zeigen, ob das richtig ist. Jedenfalls: Die grundlegenden Informationen finden sich in mia unter Journalist und Redaktion, die speziellen Anforderungen zum Arbeitsbereich Online-Redaktion in diesem Text.
Die klassischen Verlagshäuser wandeln sich in Medienunternehmen, die vielfältige Produkte anbieten. Inhalte werden elektronisch publiziert, sei es im Internet, auf CD-ROMs oder (demnächst) als E-Books. Medienneutrale Datenverarbeitung erlaubt, den gleichen Inhalt in unterschiedlicher Gestalt zu veröffentlichen. Die Mehrfach-Nutzung bietet den Kunden eine breitere Produktpalette.

Zeitungen und Zeitschriften haben in den letzten Jahren begonnen, zusätzlich zu ihren Printausgaben, Online-Versionen ins Netz zu stellen. Sie arbeiten dabei mit unterschiedlichen Konzepten.

Ein Forschungsprojekt zu Online-Zeitungen, das 1997 an der Katholischen Universität Eichstätt durchgeführt wurde, stellte fest, „dass das Produkt Onlinezeitung selbst noch weitgehend eine Duplikation der gedruckten „Mutter“-Zeitung darstellt. Zusätzliche Angebote werden allerdings durchaus schon angeboten, vor allem im Unterhaltungs- und Servicebereich.“

Die Tageszeitung Kölner Stadtanzeiger beispielsweise veröffentlicht im Internet abends einen Großteil der Printausgabe des kommenden Tages. Die Seiten werden im Lauf des Tages aktualisiert. Das Online-Angebot der Boulevardzeitung Express wird von der gleichen Redaktion erstellt. Die Ressorts Sport, Computer, Auto und Reisen sind umfangreicher vertreten als in der Printausgabe. Werden – wie in diesen Fällen- von der Online-Ausgabe überwiegend Texte aus der Printauflage übernommen, liegen die Tätigkeiten der Online-Redakteure schwerpunktmäßig bei der Auswahl der Texte und im Redigieren von Fremdtexten, so die KU Eichstätt

Anders sieht das Konzept bei Wochenzeitschriften aus, die sich durch die Online-Ausgabe eine „Internet-Tageszeitung“ schaffen. Spiegel Online bietet ein tagesaktuelles Angebot im Netz und veröffentlicht darüber hinaus ungefähr ein Drittel der Texte aus der wöchentlich erscheinenden Printausgabe. Mit einem vergleichbaren Konzept arbeitet Focus Online, die Redaktion betont die ständige Aktualisierung mit der Angabe der Uhrzeit an jedem Artikel.

Eine Art Lockvogel- Strategie verfolgen Zeitschriften, die nur einen kleinen Teil des aktuellen Heftes online stellen, um dadurch Kunden zum Kauf der Print-Ausgabe zu animieren. Probenutzern wird durch das Inhaltsverzeichnis deutlich gemacht, „was ihnen entgeht, wenn sie nicht die gedruckte Zeitung kaufen.“ (KU Eichstätt). Die Frauenzeitschrift Allegra veröffentlicht nur einen sehr kleinen Teil ihrer Printausgabe im Netz und bietet darüber hinaus auch keine eigens für das Netz erstellten Artikel. Die Online-Redaktion betreut den interaktiven Auftritt der Zeitschrift, dessen Schwerpunkt auf Chats und Newsgroups liegt.

Die Interaktivität bringt neue Aufgaben für die Redaktion mit sich. Durch Emails können Leserinnen und Leser mit der Redaktion direkt und unkompliziert kommunizieren. Allerdings hängt der Umfang dieser Interaktion von den personellen Ressourcen ab. Holger Roda führt in seiner Untersuchung „Von der Druckerpresse zum Webserver“ den amerikanischen Journalisten James Coates an, der auf seine wöchentliche Kolumne in der Chicago Tribune Online rund 250 Emails erhält, die Beantwortung der Post verschlingt Stunden. Kritiker sehen in dieser Mehrarbeit bereits eine Gefahr, weil sie die Journalisten von ihren Kernaufgaben abhält. Jedenfalls verändert sich dadurch das Spektrum der Aufgaben.

Neben der Interaktivität sind die wachsenden Serviceangebote ein wichtiges Merkmal der Online-Zeitungen. Martin Pfaff von Welt Online nennt im Interview mit Studierenden der Universität Dortmund ein Bespiel: „Sie können sowohl im Print als auch online Börsendaten veröffentlichen. Aber Sie können im Print nicht zu jedem Unternehmen Charts, Werte und Kenndaten bieten. Darüber hinaus könnte ich mir vorstellen per Klick zu traden. Zumindest aber Daten aus dem Archiv über bestimmte Unternehmen abzurufen. Das sind Funktionen, die wir im Blatt einfach nicht abbilden können.“ (www.onlinejournalismus.de)

Rundfunk-Sender werben in den Online-Auftritten für ihr Programm, stellen vertiefende Informationen zu den Sendungen bereit. Außerdem sind rund um die Uhr aktuelle Nachrichten abrufbar. Je nach Senderprofil lassen sich umfangreiche Chatangebote ebenso finden wie Shops mit Fanartikeln usw. Ein Beispiel: Die Nachrichtensendungen des ZDF bieten gemeinsam mit NBC und Microsoft ein umfangreiches Newsangebot im Netz. Die Website wird permanent aktualisiert. Da Radio- oder TV –Texte nicht fürs Lesen geschrieben werden, können diese Online-Redaktionen wesentlich weniger Textmaterial unverändert übernehmen.

Neben Online-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften gibt es inzwischen auch reine Netz-Zeitungen, etwa den RegioBlick aus der Aachener Region. Sie finanzieren sich in der Regel über ein Abonnement-System. Bei Nur-Online-Anbietern liegt es auf der Hand, dass Journalisten am häufigsten Texte selber schreiben, denn sie erhalten kein Material von „Mutter-Publikationen“.

Die überwiegende Anzahl von Online-Zeitungen oder -Zeitschriften ist kostenlos zu nutzen. Versuche, den Bezug über Abonnement zu refinanzieren, sind bis auf wenige Ausnahmen bisher fehlgeschlagen. Eine der wenigen erfolgreichen großen Online- Abo-Zeitungen ist das wall-street-journal. Auch das Anzeigengeschäft gleicht die Verluste bisher nicht aus. Die Verlage nennen als wichtige Gründe, trotzdem in Online- Medien zu investieren, dass sie dadurch Marktsegmente besetzen, Erfahrungen sammeln und die eigene Marke stärken. Für Online-Journalisten bedeutet die mangelnde Finanzierung, dass sie teilweise stark in die Akquise von Banner-Werbung u.ä. eingebunden sind.

Auch immer mehr Institutionen, öffentliche Einrichtungen oder Firmen haben umfangreiche Internetauftritte mit aktuellen Informationen, allen voran die Bundesregierung. Diese Angebote müssen journalistisch betreut werden und so ist in den einschlägigen Stellenangeboten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/PR immer häufiger von Internet-Kompetenz die Rede.
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Tätigkeit Die Online-Redaktion ist verantwortlich für Konzeption und Realisierung von Online-Publikationen. Dazu gehören Themensuche und Recherche, das Verfassen von Texten, die Überarbeitung von Beiträgen aus dem „Mutter-Medium“ und das Aktualisieren von bereits im Netz stehenden Texten. Je nach Größe der Redaktion gibt es Ressorts, in denen entsprechende Fach-Journalisten arbeiten.

Der Online-Redakteur schreibt, redigiert Texte und überlegt sich passende Überschriften. Entweder bespricht er die graphische Gestaltung des Beitrags mit einem Layouter oder es ist durch ein Redaktionssystem mehr oder weniger vorgegeben, wie Fotos, Grafiken und auch Animationen auf der Site integriert werden können.

Dabei stehen Online-Redakteure vor der Aufgabe, Themen und Inhalte mit den technischen Möglichkeiten des Internets zu verbinden. Lange Texte werden in kürzere Abschnitte sinngerecht unterteilt und diese Parts per Hyperlinks mit einander verknüpft. Zusätzlich zu Fotos und Grafiken können die Texte durch Sound, Animationen und auch Videos ergänzt werden.

In einem sich schnell wandelnden Medium sind auch die Tätigkeiten von Online-Redakteuren großen Veränderungen unterworfen. In den ersten Jahren stand technische Kompetenz an erster Stelle, heute wird verstärkt journalistisches Können gefordert. Natürlich hängen die Arbeitsanforderungen vom entsprechenden Verlag ab. Als Faustregel gilt: je größer die Redaktion desto stärker können sich die Redakteure auf die rein journalistische Arbeit konzentrieren.

Wie sich die Arbeitsabläufe in Zukunft entwickeln werden, ist bei einem „Medium in der Pubertät“ – so der Titel eines Spiegel-Forum zum Thema Online-Journalismus – noch offen.
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Arbeitsumfeld Je nach Redaktionsgröße kann der Online-Redakteur mit mehreren Redaktionskollegen, einem Webmaster, einem Projektmanager und manchmal auch einem Layouter zusammenarbeiten. Doch es gibt auch „all-inclusive“-Beschäftigungen, bei denen der Redakteur sämtliche Funktionen allein ausübt.
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Anforderungen Wie bei allen journalistischen Tätigkeiten sind auch hier Fachkenntnisse (Recherche, Texterstellung, Redigieren usw.) die wichtigste Voraussetzung. Je nach Einsatzgebiet sind spezielle Ressortkenntnisse erforderlich: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur etc. Der größte Teil der Stellenausschreibungen fragt nach einer journalistischen Ausbildung, vorausgesetzt wird außerdem eine Affinität zum Medium Internet. Spezielle Programmkenntnisse: HTML, Photoshop, Java werden selten ausdrücklich verlangt. Dieses Wissen bringt der Webmaster mit. Redaktionssysteme vereinfachenden Publikationsvorgang. Aber auch wenn der Redakteur nicht selbst programmiert, gestaltet oder akquiriert, sollte er doch wissen, wie die Kollegen in diesen Bereichen arbeiten, vor welchen Problemen sie stehen und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt. Die Gliederung der Texte in Internet gemäße Strukturen, das Erzählen in einer Netz-Dramaturgie gehört zu den konkreten Anwendungskenntnisse, die in einer Online-Redaktion gebraucht werden.
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Wege zum Beruf Die Ausbildung und der Zugang zum Journalismus sind gesetzlich nicht geregelt, um das Grundrecht der Meinungsfreiheit zu schützen. Es gibt einige Journalistik-Studiengänge. Eine andere Möglichkeit ist, nach einem Fachstudium (je nach angestrebtem Ressort) ein Volontariat in einer Zeitung, Zeitschrift, bei einem Sender zu absolvieren. Zusätzlich gibt es Journalistenschulen. Einige Universitäten und Journalistenschulen haben Online-Journalismus schon in ihre Ausbildungsangebote integriert, Studierende erstellen dort beispielsweise eigene Online-Zeitungen. Für Journalisten, die bisher in anderen Medienbereichen gearbeitet haben, gibt es eine Fülle von Weiterbildungsangeboten, um Online-Kompetenz zu erwerben.
Erwähnte Online- Angebote:

Kölner Stadtanzeiger www.ksta.de

Express www.express.de


Spiegel www.spiegel-online.de


Focus www.focus.de


Allegra www.allegra.de


Chicago Tribune www.chicagotribune.com


ZDF www.zdf.msnbc.de


RegioBlick www.regioblick.de
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wall-street-journal http://interactive.wsj.com


Die Bundesregierung www.bundesregierung.de


Links zu Berufsinformationen:

www.ku-eichstaett.de
an der Katholischen Universität Eichstätt gibt es das Forschungsprojekt Journalismus & Online und das Internet Magazin ei

www.onlinejournalismus.de
ein Projekt von Studierenden im Studiengang Journalismus an der Uni Dortmund

www.uni-leipzig.de
/%7Ekmw das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig mit dem Online-Magazin newwws, hier ist auch eine umfangreiche Link-Liste zu anderen Hochschul-Instituten (Medienwissenschaft, Journalistik usw.) zu finden

www.ifkw.uni-muenchen.de/communichator
ein Magazin von Studierenden der Kommunikationswissenschaft an der Universität München

www.bui.fh-hamburg.de/projekt/onp
im Fachbereich Bibliothek und Information sind unter Online-Presse aktuelle Aspekte der Fachdiskussion zum Online-Journalismus zu finden

www.hns.de
auf den Seiten der Henry-Nannen-Schule gibt es u.a. Reportagen zu Online Journalismus



Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Belz, Christopher / Haller Michael / Sellheim, Armin, Berufsbilder im Journalismus, Von den alten zu den neuen Medien, Edition Sage & Schreibe, UVK Medien, Konstanz, 1999

Brendel, Matthias: Richtig recherchieren, F.A.Z. Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH. Frankfurt am Main, 1999

Buchardt, Tom, Ratgeber Freie Journalisten, Vistas Verlag, Berlin, 1998

Dulisch, Ralf, Schreiben in Werbung, PR und Journalismus, Westdeutscher Verlag Wiesbaden, 1998

La Roche, Walther von, Einführung in den praktischen Journalismus, List/VVA, München 1995

Meier, Klaus, Internet-Journalismus: ein Leitfaden für ein neues Medium, UVK Medien, Konstanz 1999

Rada, Holger, Von der Druckerpresse zum Web-Server, wvb-Verlag, Berlin, 1999

Schneider, Wolf/Raue, Paul-Josef, Handbuch des Journalismus, Rowolth, Hamburg 1996

Pürer, Heinz, Praktischer Journalismus, UVK Medien, Konstanz 1996


Medienfachzeitschriften

Menschen Machen Medien www.igmedien.de/publikationen/

Journalist www.journalist.de

Horizont www.horizont.net

Magazin für Netzkultur von heise www.telepolis.de/tp


Recherche zu Studiengängen

www.hrk.de - Hochschulkompass



Presseagenturen

www.dpa.de

www.ddp.de

www.reuters.de

www.ap.org

www.afp.com


Datenbanken und Auskunftssysteme

http://userpage.zedat.fu-berlin.de/~ahahn/daten.htm

http://www.factfinder.de

Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband e.V.
Bennauerstraße 60
53115 Bonn
Tel.: 0228 – 201 720
Fax: 0228 – 201 7233
www.djv.de

IG Medien
Postfach 10 24 51
70020 Stuttgart,
Tel: 0711 – 201 80
Fax 0711 – 201 8300
www.igmedien.de

Deutscher Multimedia Verband e. V.
Kaistrasse 14
40221 Düsseldorf
Tel: 0211 - 600 4560 (9:00 - 12:00 Uhr)
Fax 0211 - 600 45633
www.dmmv.de

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