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Konzeption & Entwicklung: Redaktion / Journalistik
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Kurzinfo Zeitzeuge weltpolitischer Ereignisse zu sein, die Begegnung mit fremden Kulturen und Menschen, der große Bekanntheitsgrad, ausgezeichnete Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen machen die Tätigkeit des Korrespondenten zu einem der begehrenswertesten Jobs für Journalisten. Viele sähen sich gern im Kreis der Auserlesenen doch nur wenige werden auserwählt, da die Stellen im Ausland rar sind. Das wohl dichteste und aufwendigste Netz, das die entscheidenen Plätze der Welt umspannt, betreiben die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Sie unterhalten drei Typen von Auslandskorrespondenten:
  • Korrespondenten, die für alle ARD-Anstalten arbeiten
  • Gruppenkorrespondenten, die für mehrere Rundfunkanstalten gleichzeitig arbeiten
  • Einzelkorrespondenten, die ausschließlich eine Rundfunkanstalt beliefern.


Kommerzielle Sender und Zeitungen schicken Korrespondenten nur in die wichtigsten Länder, setzen aber bei entscheidenden Nachrichtenereignissen kurzfristig Sonderkorrespondenten ein. Auch Agenturen entsenden Korrespondenten, um verschiedene Abnehmer zu beliefern.
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Tätigkeit Die Aufgabe des Auslands-Korrespondenten unterscheidet sich erheblich von der journalistischen Arbeit im Inland. Der Korrespondent ist nicht auf bestimmte Themen spezialisiert sondern deckt die gesamte Palette des Gebietes ab, für das er zuständig ist: Politik, Wirtschaft, Kultur und andere relevante Ereignisse, die sich im Land ereignen. Oft sind die Gebiete so groß, daß in den einzelnen Regionen ortsansässige Mitarbeiter eingesetzt werden, die dem Korrespondenten zuarbeiten. Sie recherchieren Themen, stellen wichtige Kontakte her und bereiten für Fernsehproduktionen die Dreharbeiten vor. Reist der Korrespondent mit seinem Team an, kann er gleich mit der Arbeit loslegen. Im Fall aktueller Berichterstattung muß alles sehr schnell gehen. Das gedrehte Bild-Material wird noch vor Ort geschnitten, getextet und vertont. Per Satellit wird der fertige Beitrag dann zum Heimatsender geschickt. Aktualität garantiert auch die Live-Schaltung, in der der Journalist direkt vom Ort des Geschehens berichten kann.
Hörfunkberichte werden per Telefon, ISDN- oder Tonleitung überspielt. Oft geht’s anschließend schon weiter zum nächsten Ereignis. Ein hektisches Rund-um-die-Uhr arbeiten ist nicht selten.

Korrespondenten fertigen Beiträge in allen möglichen journalistischen Formen an: Nachricht, Bericht, Live-Interview und Kommentar gehören genauso dazu wie Reportage, Dokumentation und Feature. Welche Themen auch im Mittelpunkt stehen, die Inhalte müssen so rübergebracht werden, daß die Ereignisse und Informationen aus der Perspektive des „verstehenden Fremden" (H. Pürer: Praktischer Journalismus) vermittelt werden, damit die oft unbekannten Sachverhalte, Denkweisen und Zusammenhänge für das Publikum daheim begreiflich werden. In diesem Sinne übernimmt der Korrespondent die Aufgabe des Übersetzers.
Dabei können Probleme auftreten, die mit den Gegebenheiten und Zwängen vor Ort, aber auch mit dem eigenen Selbstverständnis zusammenhängen. Nicht selten wird er mit Verzerrung, Manipulation, Entstellung des Sachverhalts und unvollständiger Daten- und Informationsübermittlung konfrontiert. Das stellt den Korrespondenten vor die schwierige Anforderung, Sachverhalte einerseits möglichst umfassend, objektiv und kritisch dazustehen, andererseits aber auch seine subjektive Einschätzung zu vermitteln.
Information und persönliche Stellungnahme gehen oft ineinander über. Aus diesem Grunde werden Korrespondentenberichte auch namentlich gekennzeichnet - sie stellen eine gesonderte Form der Berichterstattung dar.



Der Korrespondent

gibt zusätzliche Informationen über berichtenswerte Ereignisse oder Sachverhalte und stellt Vorgänge und Entwicklungen dar, die zum Verständnis des Sachverhalts notwendig sind (Hintergrundbericht)
interpretiert aufgrund seiner Personen- und Sachkenntnisse
analysiert, spekuliert und prognostiziert.

Die Arbeit des Korrespondenten kann durch verschiedene Rahmenbedingungen erschwert werden:

In den meisten demokratisch regierten Ländern können Journalisten ohne inhaltliche Auflagen und technische Beschränkungen arbeiten. In nicht-demokratischen Ländern werden Produktionsvorhaben hin und wieder durch staatliche Reglements erschwert. Die journalistische Arbeit muß angemeldet und genehmigt werden, und häufig sind sogar offizielle Begleiter dabei, die jeden Schritt überwachen. Durch staatliche Zensur kann die Berichterstattung auch gestört oder sogar verhindert werden.

  • Berichten Auslandskorrespondenten aus Krisengebieten, tragen sie ein weit höheres Gefahrenrisiko als im Inland.
  • Enorme Entfernungen, Zeit- und Klima-Unterschiede erfordern eine hohe physische Belastbarkeit.
  • Nach dem Motto „fremde Länder, fremde Sitten" muß sich der Korrespondent auf die jeweiligen Erfordernisse eines Landes einstellen


Die Tätigkeit des Korrespondenten erstreckt sich auf einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Im Rotationsprinzip wechselt er dann entweder die Hauptstadt und damit das Studio, oder er nimmt eine leitende Position im Heimatsender oder Verlag ein.
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Arbeitsumfeld Korrespondenten stehen im ständigen Kontakt zur Heimatredaktion, die sie betreut und mit Informationen versorgt. Die Büros vor Ort rekrutieren sich zumeist aus einem kleinen Mitarbeiterstab, der aus Producer, Rechercheuren und Sekretärin besteht. Kamerateam, Cutter und Tonleute gehören zu jedem Rundfunk-Studio, können je nach Produktionsort aber auch angemietet werden. Informations-, Bild- und Tonmaterial wird zum Teil auch von Kollegen oder Mitarbeitern vor Ort, ansässigen Sendern, Verlagen oder Agenturen bezogen. Ein oft mühsam aufgebautes informelles Informations- und Kontaktnetz zählt mit zu den wichtigsten Quellen des Journalisten im Ausland.
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Anforderungen gute Allgemeinbildung, Ausdrucksvermögen in mündlicher und schriftlicher Form, Fremdsprachenkenntnisse, Organisations- und Koordinationstalent, Flexibilität, Improvisationstalent sollten in überdurchschnittlichem Maß vorhanden sein. Hinzu kommt: hohe körperliche und seelische Belastbarkeit, Fähigkeit unter Zeitdruck und schwierigen Bedingungen zu arbeiten, Engagement und Interesse an Land und Leuten, Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Wirklichkeiten, stabile Persönlichkeit, Unbestechlichkeit, Fähigkeit, hinter die Kulissen zu blicken und Sachverhalte zu durchschauen.

Lothar Manhard beschreibt in seinem Buch Hörfunk- und Fernsehberufe die Anforderungen an einen Korrespondenten treffend mit den Worten: „Was darüber hinaus die Eignung und Fähigkeit zu einem guten Berichterstatter ausmacht, ist viel eher in ethischen und allgemeinen Haltungsfragen zu sehen. In jedem Fall muß er überdurchschnittlich interessiert und neugierig, anpassungsfähig und kontaktfreudig sein und viel Einfühlungsvermögen, Verständnis und Zuneigung für Land und Leute (des jeweiligen Berichtsgebietes) aufbringen. Ohne dies und ohne ein eigenes hohes Maß an Kritikfähigkeit und Verantwortungsbewußtsein wird es ihm nicht gelingen, ein genaues Bild des Landes, seiner Menschen und Ereignisse erfolgreich wiederzugeben."
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Wege zum Beruf Eine spezielle Ausbildung zum Auslandkorrespondenten gibt es nicht. Der journalistische Weg sieht zumeist folgendermaßen aus:
  • Abgeschlossenes Hochschulstudium
  • Journalistische Ausbildung und langjährige journalistische Erfahrung, zumeist als festangestellter Reporter oder Redakteur in einer Politik.- Magazin- oder Nachrichtenredaktion. Die freiberufliche Tätigkeit im Ausland ist eher die Ausnahme
  • Auslandserfahrung, spezielle Kenntnisse in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Kultur eines Landes sowie persönliche und berufliche Qualifikationen spielen eine wesentliche Rolle bei der Besetzung von Korrespondentenposten. Auch politische und personalpolitische Entscheidungen sind wichtige Kriterien.


Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Manhart, Lothar: Hörfunk- und Fernsehberufe, München 1992
Pürer, Heinz: Praktischer Journalismus in Zeitung, Radio und Fernsehen. Reihe Praktischer Journalismus, Band 9, Konstanz 1996

Schult, Gerhard/Buchholz, Axel: Fernsehjournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis, München 1997


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