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Konzeption & Entwicklung: Redaktion / Journalistik
Journalist/in
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Kurzinfo Wer darf sich Journalist nennen?
Grundsätzlich jeder. Es gibt keine geschützte Berufsbezeichnung und kein gültiges Berufsbild. Das hängt mit einer Interpretation des Grundgesetz-Artikels 5 zusammen, nach dem jede(r) das Recht hat, eine Meinung in Wort, Bild und Schrift zu verbreiten und damit journalistisch tätig zu werden.

Entsprechend schwierig ist es, den typischen Journalisten zu beschreiben. Redakteur, Rechercheur oder Reporter zählen ebenso zur Berufsgruppe des Journalisten wie u.a. Autor, Umbruchredakteur oder Moderator. Dabei sind die Grenzen bei der Vielfalt von Aufgaben und Arbeitsbereichen oft fließend. So kann man nur versuchen, einen Eindruck zu vermitteln, was Journalisten alles tun, damit zum Schluß Informationen und Meinungen als fertiges Produkt an die Öffentlichkeit gelangen.

Auf ein wichtiges Kriterium journalistischer Arbeit hat schon Goethe hingewiesen. „Wer aber nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben". Und Erich Dombrowski, ehemaliger Chefredakteur der Mainzer Allgemeinen Zeitung und Mitherausgeber der FAZ, weiß auch wie die „Zeile" - das gilt genauso für den audio/visuellen Bereich - auszusehen hat: „Ihr müßt so schreiben, daß euch die Marktfrau am Dom versteht, der Winzer in Rheinhessen das Blatt lesenswert findet und auch der Universitätsprofessor euch ernst nimmt".

Auf diesem Hintergrund läßt sich auch das recht hochgeschraubte Berufsbild des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) erklären, nach dem Journalisten eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion erfüllen. Demnach haben sie die „Aufgabe, durch ein umfassendes Informationsangebot in allen Medien die Voraussetzung dafür zu schaffen, daß jeder Staatsbürger die in der Gesellschaft wirkenden Kräfte erkennt und selbst am Prozeß der politischen Meinungs- und Willensbildung teilnehmen kann."

Natürlich stellt sich hier die Frage, ob und inwiefern diese Richtlinien bei dem heutigen Kampf um Leser und Quoten tatsächlich erfüllt werden, denkt man insbesondere an die Sensationsberichterstattung und an die Unterhaltungsindustrie. Andere Berufsdefinitionen schließen auch die Journalisten mit ein, die in der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen und Interessenverbänden tätig sind. Sie befassen sich mit „Sammeln, Sichten, Prüfen und Vorbereiten von Nachrichten oder mit der Kommentierung aktueller Ereignisse." (Koszyk, Pruys)

Für viele ist Journalismus immer noch ein Traumjob. Dabei ist der Berufsalltag sicher mit einer Menge realitätsfremder Vorstellungen behaftet. Neben Skandalen und Sensationsgeschichten, die das Bild des „rasenden Reporters" entstehen lassen, gibt es aber auch viel Routine -und oft mühevolle Kleinarbeit zu erledigen.

Die Arbeit des Journalisten ist anstrengend, die Freizeit gering.

Dafür bietet sie viel Abwechslung

  • Sie erlaubt den Blick hinter die Kulissen,
  • verschafft Zugang zu wichtigen und interessanten Persönlichkeiten und Organisationen,
  • vermittelt das Gefühl, bei politischen, wirtschaftlichen, technischen und sozialen Entwicklungen und Entscheidungsprozessen ganz vorne dabei zu sein,
  • trotz Streß, unregelmäßiger Arbeitszeiten und Termindruck ist die Berufszufriedenheit von Journalisten relativ hoch. Für viele Journalisten ist der Beruf zugleich Hobby. Arbeitszeit und Freizeit gehen ineinander über, wobei sich viele Themen aus dem eigenen Alltag ergeben.

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Tätigkeit Je nach Medium (Zeitung/Zeitschrift, Hörfunk, Fernsehen, u.a.) und Position ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an den Beruf. Angehörige der schreibenden Zunft werden ihre Berichte anders aufbereiten als der Fernsehjournalist. Der Chef vom Dienst (CvD) hat mit den Aufgaben des Moderators wenig gemeinsam, wenn sie auch eng miteinander zusammenarbeiten. Dabei ist jeder von ihnen Journalist. Es gibt aber grundlegende Tätigkeiten, die für die Entstehung eines publizistischen Produkts unbedingt notwendig sind. Sie fallen alle in den Bereich journalistischen Arbeitens und werden entweder von Spezialisten (z.B. Rechercheure) oder Generalisten übernommen.
Recherchieren/Dokumentieren

Beträge, Berichte, Meldungen, etc. werden nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Sie müssen zuvor gründlich recherchiert werden. Einer Sache nachgehen, Fakten aufspüren und zusammentragen, Meinungen einholen, all das ist ein enormer Arbeitsaufwand und gehört mit zum interessantesten und wichtigsten Teil journalistischer Arbeit.

Eine besondere Art der Recherche ist die Dokumentation. Hier wird auf bereits vorhandenes Material in Form von Archivmaterial und Datenbanken zurückgegriffen. Dabei muß das Material auf Richtigkeit hin überprüft werden.

Formulieren

Informationen und Meinungen können in unterschiedlicher Darstellungsform vermittelt werden. Wer aktuell und knapp informieren will, schreibt eine Nachricht. Ausführlicher informiert der Bericht. Reportage, Interview und Umfrage veranschaulichen ein Thema und sorgen für Authentizität. Das Feature geht thematisch in die Tiefe. Kommentare oder Glossen geben in Kürze eine Meinung wieder. Leitartikel informieren umfangreich. Kritiken und Rezensionen verquicken Information und Kommentar.

Wer gründlich recherchieren kann, muß nicht gleichzeitig gut formulieren können und umgekehrt. In einem arbeitsteiligen Prozeß können Rechercheur und Autor ein Thema beackern.

Auswählen

„Wer recherchiert, muß auswählen; wer formuliert, muß auswählen, wer redigiert, muß auswählen." (Walther von La Roche) Journalisten können immer nur einen Teil an Material und Information verwerten, das sie bei der Themenvielfalt und ihrer Recherche auf den Tisch bekommen. Deshalb müssen sie unter Berücksichtigung des Themas und der Redaktion schwerpunktmäßig auswählen.

Bearbeiten

Alle publizistischen Arbeiten müssen unter zwei Gesichtspunkten untersucht werden: Stimmt der Inhalt? Stimmt die Form? ( Aufbau, Stil, Länge). Hier bestehen zwischen den gedruckten Medien (geschriebene und gelesene Sprache), dem Hörfunk (gesprochene und gehörte Sprache) und dem Fernsehen, das Wort, Ton und Bild kombiniert, große Unterschiede.

Präsentieren

Jedes Medium hat seine eigene Form der Präsentation. Dabei geht es um die Frage, welches Material wie bearbeitet und gestalterisch oder dramaturgisch aufbereitet werden soll, damit es Aufmerksamkeit weckt und verständlich ist.

Zeitung/Zeitschrift: Layout (Gestalten nach textlichen und optischen Gesichtspunkten)

Hörfunk: Informationen werden z.B. durch Sprecher, Diskussionsrunden, Interviews, Geräusche, Verzerrungseffekte (live oder bereits vorproduziert) vermittelt.

Fernsehen: zu den akustischen kommen noch visuelle Elemente hinzu. (Sprecher im „On" (sichtbar) oder „Off" (unsichtbar), Blue-Box, Untertitel, Grafiken etc.)
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Arbeitsumfeld Der Zeitschriftensektor wie auch kommerzielle Sender und Produktionsfirmen expandieren, neue Medien drängen auf den Markt. Für Journalisten ergibt sich daraus eine Vielfalt von Tätigkeitsbereichen.

Printmedien

Dazu zählen Zeitungen, Zeitschriften, Anzeigenblätter und aktuelle Verlagsproduktionen. In Form von Texten, Bildern, Grafiken und Zeichnungen werden Informationen und Meinungen vermittelt.

Rundfunk

Hierzu zählen Hörfunk und Fernsehen (öffentlich-rechtlich und privatrechtlich). In Form akustischer (Wort, Musik, Geräusche) und audiovisueller Methoden (bewegte Bilder, Ton) werden Informationen, Meinungen, Bildung, Beratung und Unterhaltung vermittelt.

On- und Offline-Medien

Diese Medien wenden sich mit aktuellen, allgemeinen bzw. spezifischen Inhalten an einen unbegrenzten Benutzerkreis und an eine Teilöffentlichkeit mit besonderem Interesse . Auch für Hörfunk, Fernsehen und Zeitschriften sind sie Zulieferer von Informationen. Dies geschieht durch Übermittlung digitalisierter Texte, Grafiken, Zeichnungen, Töne, stehender und bewegter Bilder oder Kombination dieser Elemente.

Nachrichtenagenturen

Sie sammeln und vermitteln brandaktuelle Informationen für die Medien oder einen begrenzten Benutzerkreis, in dem sie Texte, Bilder, Grafiken und akustische und audiovisuelle Beiträge anbieten.
(Deutsche Presse-Agentur (dpa), Reuter, Associated Press (AP), Agence France Presse (AFP), Evangelischer Pressedienst (epd), Vereinigte Wirtschaftsdienste (vwd), Sport-Informations-Dienst (sid), Katholische Nachrichten-Agentur (KNA))

Öffentlichkeitsarbeit

Wirtschaft, Verwaltung und Organisationen. Zur Öffentlichkeitsarbeit zählt die interne und externe Kommunikation (Analyse der öffentlichen Meinung, Beratung leitender Gremien und Führungskräfte, Konzeptionierung, Erfolgskontrolle), die Medienarbeit (eigene journalistische Texte und Publikationen, Pressemitteilungen an Redaktionen und Journalisten, Pressekonferenzen und Fachveranstaltungen) und die direkte Information der Öffentlichkeit.

Bildjournalismus

Bildjournalisten/Fotografen vermitteln visuelle Informationen über Vorgänge und Sachverhalte durch Fotos, bewegte Bilder, Grafiken, Zeichnungen und Karikaturen. Sie sind in allen Medienbereichen zu finden.

Bildungsarbeit und Beratung

Journalisten können auch in Institutionen der Aus- und Fortbildung tätig sein (s. Wege zum Beruf).

Im Print- (Druck), Fernseh – oder Hörfunkbereich gibt es verschiedene Abteilungen (Ressorts), die sich je nach Sachgebiet und Organisationsform unterscheiden. Die klassischen Ressorts gliedern sich in Politik, Wirtschaft, Kultur bzw. Feuilleton, Sport und Lokales. Der Journalist arbeitet für einen oder mehrere Bereiche gleichzeitig. Besonders in Lokalredaktionen müssen Journalisten fit auf allen Sachgebieten sein. Jedes dieser Ressorts ist einer Redaktion zugeordnet. Hier wird festgelegt, was geschrieben oder gesendet wird, und hier laufen alle Fäden publizistischer Arbeit zusammen. Eine Redaktion besteht aus festangestellten Redakteuren, die unterschiedliche Positionen bekleiden.

(Chefredakteur, Planer, Chef vom Dienst, Redakteur, Korrespondent, Moderator, Reporter, Online-Redakteur etc.)

Neben den Redakteuren gibt es eine Reihe von freien Journalisten, die die Redaktionen mit Informationen, Artikeln und Beiträgen beliefern.
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Anforderungen Wer sich für den Beruf des Journalisten entscheidet, sollte über eine umfassende Allgemeinbildung und gute Sachkenntnissen verfügen.
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat persönliche und berufliche Qualifikationen eines Journalisten zusammengestellt:

1. persönliche Eigenschaften:

  • Soziales und gesellschaftspolitisches Verantwortungsbewußtsein
  • Logisches und analytisches Denken
  • Sprachliche Ausdrucksfähigkeit und –sicherheit
  • Einfühlungsvermögen und Kreativität
  • Kontaktfähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit
  • Konflikt- und Kritikfähigkeit


2. Kenntnisse:

  • der medienspezifischen Darstellungs- und Vermittlungstechniken
  • der Gestaltung publizistischer Produkte
  • der unterschiedlichen Methoden der Recherche und Nachrichtenprüfung
  • der medienrechtlichen Grundlagen
  • der Wettbewerbsformen und Medienstruktur

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Wege zum Beruf Journalismus kann man nicht lernen. Journalismus ist ein Begabungsberuf. So lautete es jahrzehntelang aus den Reihen der Kollegen. Diese Auffassung ist heute lange schon überholt, wenn auch die Wege zum Journalismus immer noch außerordentlich vielfältig und oft auch unkonventionell verlaufen. Neben dem Quereinstieg durch zumeist unbezahlte Praktika oder Hospitanzen über freie Mitarbeit und Vitamin B gibt es verschiedene Ausbildungswege für Journalisten:
  • Volontariat (befristetes Anstellungsverhältnis von zwei Jahren in einem Medienbetrieb, Ausbildungszweck: Redakteur) sofort nach dem Abitur oder nach Fachstudium je nach angestrebtem Ressort
  • Journalistikstudium
  • Journalistenschule oder gleichwertige fachliche Ausbildung (z.B. Deutsche Journalistenschule, München; Henri-Nannen-Schule, Hamburg und Berlin; Journalistenschule Axel Springer, Hamburg und Berlin; Burda Journalistenschule, München) Aufnahmebedingungen und Ausbildungswege variieren.



Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Allgemein:

Von la Roche, Walther: Einführung in den praktischen Journalismus. Mit genauer Beschreibung aller Ausbildungswege. München 1995

Ausbildung:

Schulze, Volker: Wege zum Journalismus. Ein Ratgeber für die Praxis, Bonn 1997

Mast, Claudia: Handbuch der Journalistenausbildung, Essen

DJV, Schriftenreihe Nr. 11: Journalist werden. Ausbildungsgänge und Berufschancen im Journalismus, Bonn 1993


Zur Literaturdatenbank
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Fachverbände / Gewerkschaften IG Medien, Industriegewerkschaft Medien - Bundesfachgruppe Journalismus, Friedrichstr. 15, 70174 Stuttgart,
DJV - Deutscher Journalisten Verband e.V., Bennauerstr. 60, 53115 Bonn,

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Specials Interview mit Norbert Hiller - Fernseh-Reporter, WDR-Aktuell
Interview mit Ute Rogge, freie Fernseh-Reporterin
Tarife für Journalisten 1998
Fasziniert von der anderen Kultur - Peter Puhlmann - langjähriger Korrespondent in Mexiko im Gespräch mit mia
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