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Management: Koordination / Überwachung
Script Supervisor
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Kurzinfo Eine gut situierte Dame gibt ihrem Dienstmädchen letzte Anweisungen für das abendliche Dinner, während sie sich ihren Hut aufsetzt. Sie tritt aus dem Haus, steigt in eine Kutsche und fährt, nachdem sie dem Kutscher das Fahrziel genannt hat, davon.
Diese kleine Filmszene wird auf eine Zuschauerin einfach und unaufwendig wirken. Tatsächlich können zwischen der Szene im Haus und dem Moment, wo die Darstellerin durch die Haustüre tritt, einige Drehtage, vielleicht sogar Wochen liegen. Das bedeutet, daß bei den Dreharbeiten sehr genau dokumentiert werden muß: welches Kostüm, welche Frisur trägt die Dame, wie ist sie geschminkt, wie sitzt der Hut, in welcher Hand hat sie Handtasche und Schirm, wie ist das Licht, usw., damit die Zuschauerin keine auffälligen Unterschiede entdeckt.

Filme werden nicht chronologisch entlang der Filmhandlung gedreht. Der Drehplan wird - neben den dramaturgischen Erfordernissen- nach ökonomischen Kriterien gestaltet, um keine unnötige Kosten entstehen zu lassen. Szenen, die im selben Motiv spielen, werden nacheinander aufgenommen, um Umbauten zu vermeiden.Weitere Faktoren sind die Zeit (Tag oder Nacht) und die Darsteller. Es wird versucht, den Drehplan so zu organisieren, daß jeder Darsteller möglichst wenig Drehtage hat.

Diese ökonomisch effiziente Drehplanung bringt allerdings die Aufgabe mit sich, daß alle Details für die sogenannten Anschlüsse genau überprüft und protokolliert werden müssen.Continuities müssen sehr sorgfältig alle Einzelheiten registrieren und nötigenfalls auf Fehler aufmerksam machen. Neben den schriftlichen Aufzeichnungen werden auch Polaroid- Photos, manchmal sogar Videos gemacht. Das Continuity überwacht auch, ob der Text korrekt wiedergegeben wird und unterstützt so die Schauspieler bei Proben und während der Aufnahmen. Je nach der Auflösung der Szenen, muß das Continuity z.B. auch prüfen, ob die Blickrichtungen der Schauspieler stimmen.

(Wer sich davon überzeugen möchte, daß sich auch bei großen Kinofilmen Fehler einschleichen können, findet eine Sammlung solcher Ungereimtheiten unter http://us.imdb.com/Sections/Goofs .)

Eine weitere wichtige Funktion des Continuity ist das Mitstoppen der Zeiten. Gemeinsam mit der Regieassistenz errechnet das Continuity schon vor Drehbeginn die voraussichtliche Filmlänge. Während der Dreharbeiten stoppt das Continuity die Aufnahmen mit, die dann mit den vorgestoppten Zeiten verglichen werden. Aufgrund dieser Zahlen werden laufend Hochrechnungen über die Länge des Films erstellt - eine wichtige Kontrolle für die Produktionsleitung.

Das Continuity ist auch für die Nummerierung der Einstellungen (der Klappen) zuständig, die vor allem der Cutterin eine Übersicht über das abgedrehte Filmmaterial ermöglichen.

In deutschen Produktionen übernimmt das Continuity meistens auch die Funktion Script. Das Script (früher Ateliersekretariat genannt) protokolliert die Aufnahmen und den Materialverbrauch. Auf der Grundlage der Aufzeichnungen werden unterschiedliche Berichte erstellt.

Der Cutterbericht enthält alle Einzelheiten über jede gedrehte Einstellung, vom Licht über die Länge bis hin zur Kameraeinstellung. Alle Besonderheiten, die Auskunft über den Drehverlauf und die Qualität geben, müssen möglichst genau erfasst werden. Die Berichte sind eine wichtige Grundlage für die Cutterin, die aus dem gedrehten Material die einzelnen Szenen herausfinden und schneiden muß. Die Berichte geben auch an, welche Aufnahmen vom Kopierwerk kopiert werden sollen, bzw. welche Aufnahmen von vorne herein vom Regisseur verworfen werden (Textfehler, Abbruch der Aufnahme etc.).

Der Bild-Negativbericht gibt Auskunft über das verdrehte Filmmaterial. Hier finden sich neben den Klappennummern auch die Länge der Einstellungen und die Nummern der Filmrollen, bzw. Filmbüchsen. Die Bild-Negativberichte sind Arbeitsgrundlagen für das Kopierwerk und die Cutterin, gleichzeitig dienen sie der Produktionsleitung zur Kontrolle. Während im Cutterbericht die Länge der Spielszene notiert wird, steht im Bild-Negativbericht die Länge der Aufnahme (incl. Klappe etc.).

Am Ende jedes Drehtages wird zusätzlich ein Tagesbericht erstellt, der der Produktionsleitung übergeben wird. Im Tagesbericht finden sich die gedrehten Einstellungen, der Einsatz von Darstellern und Komparsen, der Materialverbrauch, die eingesetzten Fahrzeuge, Spezialeffekte, usw. Es wird aufgeführt, welche Szenen abgedreht, bzw. angedreht wurden. (Das heißt, welche Szenen bisher vollständig und welche Szenen erst teilweise aufgenommen worden sind.) Auch Abweichungen vom Drehplan, Unfälle, Verzögerungen müssen hier vermerkt werden. Der Tagesbericht ermöglicht der Produktionsleitung einen Überblick über den Fortgang der Dreharbeiten und dient auch zu Dokumentationszwecken für Geldgeber und Versicherungen.


Berichte, Berichte, Berichte...(Originale von Frau Alexandra Stanko)
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Tätigkeit Die Continuities protokollieren am Drehort alle Einzelheiten und prüfen ob alle Details für eine kontinuierlich wirkende Film-Erzählung beachtetet werden. Dazu gehören: Kostüme, Frisuren, Requisiten, Lichtstimmungen, die Richtung von Bewegungen, die Blickrichtungen der Darsteller und Kamerapositionen (z.B. die Zentrallinie). Die Continuities müssen sich mit den jeweils verantwortlichen Garderobieren, Kostümbildnern, Maskenbildnern, Requisiteuren abstimmen. Bei den kameratechnischen Fragen ist der Kameramann, bzw. der Regisseur der Ansprechpartner. Bei Proben und bei den Filmaufnahmen überwacht das Continuity, ob der Text korrekt wiedergegeben wird.
Außerdem führen die Continuities-Script akribisch Buch über den Drehverlauf, das verbrauchte Material, die Länge der gedrehten Szenen usw. . Außerdem erstellt das Continuity-Script die Cutterberichte, die Bild-Negativberichte und die Tagesberichte, die die Produktionsleitung über den Fortgang der Dreharbeiten informieren und wichtige Angaben für die Postproduktion beinhalten.

Nach Ablauf der Dreharbeiten übergibt das Continuity die Schnittlisten und alle Aufzeichnungen dem Produktionsbüro. Danach ist die Aufgabe erfüllt.
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Arbeitsumfeld Die Continuities arbeiten direkt am Set. Der Regisseurin müssen Anschlussprobleme mitgeteilt und diese mit ihr besprochen werden. Das Continuity unterstützt die Schauspieler, wenn Textunsicherheiten auftauchen. Für die Anschlüsse sind weitere Ansprechpartner: Kostümbildnerinnen, Garderobieren, Maskenbildner, Requisiteure. Für die technischen Fragen ist die Kamerafrau wichtig.
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Anforderungen Continuities müssen gründliche Kenntnisse über den Ablauf von Filmproduktionen haben und über ein ausgesprochen gutes visuelles Gedächtnis verfügen. Große Sorgfalt und Organisationstalent sind notwendig, um die vielen kleinen Einzelheiten im Blick zu behalten.

Da das Continuity die manchmal undankbare Aufgabe hat, Kollegen auf Fehler aufmerksam machen zu müssen, ist diplomatisches Geschick und Einfühlungsvermögen nötig.

Für die Erstellung der Berichte sind Erfahrungen im Sekreteriatsbereich günstig.
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Wege zum Beruf Ein Continuity muß über detaillierte filmtechnische Kenntnisse verfügen. Spezielle Ausbildungsmöglichkeiten gibt es nicht, sinnvoll sind Praktika im Schnittbereich, im Produktionssekreteriat und bei erfahrenen Continuities. Nach den Praktika kann ein Einstieg über die Script-Funktion erfolgen.
Aufstiegsmöglichkeiten für Continuities innerhalb der Hierarchie eines Filmteams sind insofern schwierig, weil die Continuities eine spezialisierte Sonderfunktion übernehmen. Einzelne Continuities wechseln zur Regieassistenz, bzw. sie suchen über die Continuity-Funktion den Weg zur Regie zu gehen.
Kurse bieten u.a. an: Kölner Filmhaus, medien und kulturarbeit in Hamburg

Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure (Hrsg.), Regie Guide, Regie Assistenz, Continuity, Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure in Deutschland e.V.; Kaiserstr. 39, 80801 München
Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten e. V. (Hrsg.) Jahrbuch 98, Vistas Verlag, Berlin, 1998

Bundesverband Produktion (Hrsg.) Production Guide, Jahrbuch des Bundesverbandes Produktion e.V., Türkenstr. 89, 80799 München

Clevé, Bastian Film-, Fernsehen- und Multimedia-Finanzierungen, Bleicher Verlag, Gerlingen, 1996

Clevé, Bastian, Von der Idee zum Film, Bleicher Verlag, Gerlingen, 1998

Drees, Peter, Vor Drehbeginn, Planung von Film- und Videoproduktionen, Drei-R-Verlag, Berlin, 1991

Harlieb, Horst von, Handbuch des Film-, Fernseh-, und Videorechts, C.H. Beck´sche Verlagsbuchhandlung, München, 1984

Hoeren, Thomas/ Muth, Susanne (Hrsg.), Textbuch Filmrecht, edition filmwerkstatt, Essen 1997

Iljine, Diane/ Keil, Klaus, Der Produzent, TR-Verlagsunion, München, 1997

Jarvis, Peter, The Essential Television Handbook, Focal Press, Butterworth- Heinemann, Oxford 1996

Kließ, Franciska, Produktion von Fernsehserien, ZDF-Schriftenreihe, Heft 43, Mainz, 1992

Miller, Pat P., Script supervising and film continuity, focal press, 1990

Rowlands, Avril, Film Script, Ein Handbuch für Regisseure, Aufnahmeleiter und deren Assistenten, Reil & Gottschalk, Köln, 1998 (deutsch)

Ward, Elisabeth/ Silver, Alain, The film director´s team, A practical guide for Production Managers, Assistent Directors and all filmmakers, Silman-James Press, Los Angeles, 1992

Werners, Franziska, Continuity & Script bei Fernsehen und Film, Emons Verlag, Köln, 2001


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Fachverbände / Gewerkschaften Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure in Deutschland e.V., Kaiserstraße 39, 80801 München, tel 089-34019109, fax 089-34019110, email regieverband@t-online.de, (auch für Regisassistenz und Continuity)

IG Medien, Postfach 10 24 51, 70020 Stuttgart, tel 0711-20180, fax 0711-2018300, www.igmedien.de

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Specials Interview mit Alexandra Stanko, Continuity
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