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Management: Planung / Steuerung
Produktionsleitung
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Kurzinfo Der Produktionsleiter ist Cheforganisator eines Film- oder TV-Projektes. Seine Aufgabe ist es, die Produktion unter Einhaltung der Drehzeit und des Budgets in bestmöglicher Qualität abzuliefern. Inhaltlich hat er allerdings dabei nur wenig Mitspracherecht. Kreativität ist beim Produktionsleiter aber trotzdem gefragt. Denn: Ein guter Produktionsleiter macht Unmögliches möglich und findet mit Blick aufs Geld selbst in schwierigen Situationen Mittel und Wege, die aufwendigen Ideen von Autor und Regie zu realisieren.

„Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, daß der Produktionsleiter im Anfangsstadium einer Produktion eine realistische Kalkulation erstellt und diese konsequent überwacht. Denn diese Ausgangskalkulation zieht sich wie ein Leitfaden durch die gesamte Produktion. Ohne die exakten Richtlinien ist man als Produktionsleiter verloren, denn ein Drehteam zu überwachen, ist schwieriger als einen Sack Flöhe zu hüten: fünfzig bis hundert Mitarbeiter, die nichts anderes tun, als Geld auszugeben – und das Tag für Tag." (Buck Hougthon, „What a producer does: the art of moviemaking, not the business")

In der Verantwortung des Produktionsleiters liegt die Projektplanung, die Organisation sowie die Überwachung der Arbeitsabläufe während der Vorbereitung, während der Dreharbeiten selbst und der Endfertigung – und das für alle Bereiche der Produktion. Er engagiert das gesamte Team, kümmert sich um sämtliche Verträge und hat die Oberaufsicht über Dreh- und Ablaufpläne. Er ist für das gesamte Team auch juristisch verantwortlich, wenn z.B. die Arbeitsbestimmungen nicht eingehalten werden. In der Postproduktionsphase bringt er alle organisatorischen und finanziellen Belange der Dreharbeiten zum Abschluß.
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Tätigkeit Ein freier Produktionsleiter für ein TV-Movie wird ungefähr fünf bis acht Wochen vor Beginn der Dreharbeiten engagiert, zu diesem Zeitpunkt stehen meist auch Regie, Kamera, Ausstattung und die Hauptbesetzung fest. Ein sehr vorläufiger Drehplan und eine erste Kalkulation des Vorhabens wurden schon vom Herstellungsleiter der Produktionsgesellschaft erstellt, der Vertrag mit einem Sender über die Produktion wurde geschlossen bzw. die Fördersumme bewilligt.

Mit dem konzentrierten Studium des Exposés oder des Drehbuchs macht sich der Produktionsleiter ein erstes Bild, wie das geplante Projekt realisiert werden könnte. Im gemeinsamen Gespräch mit Produzent, Herstellungsleitung, evtl. Producer und Regie werden die künstlerische Konzeption, die angedachte Besetzung, die Verteilung zwischen Außen- und Studioaufnahmen, der technische Aufwand und alle vorhersehbaren Probleme diskutiert, - immer mit Blick auf das finanziell Machbare. In dieser frühen Phase der Produktion ist es noch möglich, sehr aufwendige Szenen durch vielleicht weniger teure, doch ebenso aussagekräftige und künstlerisch adäquate zu ersetzen. Nach diesem Gespräch wird die erste Kalkulation realistisch überarbeitet und bietet nun den finanziellen Rahmen, in dem sich das gesamte Projekt bewegen soll.

Ähnlich wie der Regieassistent erstellt das Produktionsbüro Drehbuch-Auszüge, nach dem Einsatz der Schauspieler, den Motiven und den Tageszeiten geordnet. Diese Drehplan-Auszüge werden mittels Computer (Software „MovieMagic" oder „Sesam") in einen Stäbchenplan übertragen, mit dessen Hilfe der Drehplan Stäbchen für Stäbchen „zusammengesteckt" und dann für alle gut sichtbar als Masterplan im Büro des Produktionsleiters aufgehängt wird. Dieser Drehplan geht später in die Verantwortung von 1. Aufnahmeleitung und Regieassistenz über. Er bildet die Basis der Tages-Dispositionen, kurz Dispos.

Parallel zur Erstellung des Drehplans werden schon mit potentiellen Mitarbeitern und Darstellern im Namen des Produzenten die Gagen verhandelt und Verträge geschlossen. Nun wächst das Team stetig, müssen die Aufgaben und Arbeitsabläufe der einzelnen Teammitglieder aufeinander abgestimmt werden und die den verschiedenen Abteilungen zur Verfügung stehenden Budgets überwacht werden.

Der Produktionsleiter beruft eine erste Regiebesprechung ein, an der alle Abteilungen teilnehmen. Die Regie schildert ihre Vorstellung des Projektes und bespricht die mögliche Umsetzung mit den Teammitgliedern. Auch wenn der Produktionsleiter bei diesem Gespräch oft diplomatisch eingreift und an die finanziellen Möglichkeiten erinnert, muß nach diesem Gespräch häufig die Kalkulation noch einmal überarbeitet werden, - an einigen Stellen kann Geld eingespart werden, um andere Ideen realisieren zu können.

Vom Team rund um den Produktionsleiter, zu dem die Produktionsassistentin und die 1. Aufnahmeleitung - und manchmal auch ein Produktionssekretär - gehören, werden jetzt die gesamte Technik und die Studios gebucht, werden Versicherungen abgeschlossen, Kostenvoranschläge und Drehgenehmigungen eingeholt, die Anreise und Unterbringung von Team und Darstellern organisiert und eine funktionierende Infrastruktur am Drehort aufgebaut.

Wird im Ausland gedreht, müssen neben den verschiedenen Einfuhrbestimmungen auch unterschiedliche Gesetzgebungen und gesundheitliche und wirtschaftliche Risiken beachtet werden.

Mit allen Abteilungen wird der von 1. Aufnahmeleitung und Regieassistenz überarbeitete Drehplan auf die Machbarkeit des Pensums durchgesprochen. Mit den Stunt- und SFX-Spezialisten ist das Risiko abzuwägen und eventuell zu minimieren. Denn der Produktionsleiter übernimmt für die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Bestimmungen, aus allen mit der Produktion zusammenhängenden Aktivitäten die Verantwortung und trägt mithin auch die rechtsrelevanten Konsequenzen in der Regel allein! Wird z.B. die zu bewilligende Drehzeit mit Kindern überschritten, droht ihm eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe.

Während der Produktionsvorbeitung wird auch der Zeitplan für die Endfertigung erarbeitet und die erforderlichen Studios für Schnitt, Musik und Nachvertonung werden gebucht.

Während des Drehs ist der Produktionsleiter nur selten am Set – wenn, dann meist nur zu Beginn und Ende des Drehtages, um zu sehen wie es läuft und um die Einhaltung von Drehplan und Arbeitsschutzbestimmungen zu überprüfen.

Über den Verlauf der Dreharbeiten informieren ihn die von der Continuity erstellten Tages- und Arbeitsberichte und auch sein Assistent, der mit Koordinationsaufgaben fast täglich kurz am Set ist.

Im Produktionsbüro wird jetzt viel am Drehplan gearbeitet, der aufgrund von nicht vorhersehbaren Ereignissen fast täglich geändert werden muß. Der Produktionsleiter muß dabei jede Änderung auf ihre terminlichen, organisatorischen und finanziellen Konsequenzen hin untersuchen. Durch die Kontrolle der Tages- und Arbeitsberichte ist es ihm möglich, die finanzielle Entwicklung hochzurechnen und regelmäßig einen Kostenstand zu erstellen.

Nach Drehschluß ist der Produktionsleiter in der Regel noch etwa zwei Wochen mit der Endabwicklung beschäftigt. Der Gesamtkostenstand der Produktion wird errechnet und dem Produzenten bzw. Herstellungsleiter mitgeteilt. Vor- und Abspannlisten werden geschrieben, Verrechungsgeldkonten geschlossen und der Rückbau der Drehorte wird überprüft. Hat sich die Drehzeit verlängert, müssen Ausleihkosten von Gerätschaften und Honorare nachverhandelt werden.

Das einst große Team ist zusammengeschrumpft und nach den letzten Abrechnungen gibt es für den Produktionsleiter nur noch wenig zu tun. Seine Aufgaben werden jetzt wieder vom Herstellungsleiter übernommen, bei großen Produktionen oder Serien wird die Postproduktion oft von einem Postproductionmanager organisiert.
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Arbeitsumfeld Die meisten Produktionsleiter sind produktionsfirmenunabhängig und werden von freien Produktionsgesellschaften engagiert, sie arbeiten auf Lohnsteuerkarte.

Einige Produktionsleiter sind aber auch bei Sendern oder Produktionsgesellschaften festangestellt. Je nach Größe des Projekts und der Firma unterstehen sie direkt dem Produzenten oder dem Herstellungsleiter.

Die direkten Partner in der Zusammenarbeit sind Producer, Regisseur und die Redaktion. Zum Produktionsbüro gehören neben Produktionsassistenz auch noch die 1. Aufnahmeleitung und manchmal ein Produktionssekretär.
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Anforderungen Große Produktionserfahrung, künstlerisch-kaufmännisches Doppelverständnis, absolute Streßresistenz, natürliche Autorität und Organisationstalent mit Zugriff auf ein dichtes Netz an lokalen Dienstleistern und potentiellen Stabmitgliedern gehören unbedingt zum Anforderungsprofil des Produktionsleiters. Darüber hinaus zeichnen ihn Diplomatie und Verhandlungsgeschick aus, dabei insbesondere die Fähigkeit, in schwierigen Situationen (hoher Zeitdruck, unvorhergesehene Probleme, individuelle Besonderheiten) effektiv mit Menschen zusammenzuarbeiten.

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Wege zum Beruf Eine kaufmännische Ausbildung als Basis für die Karriereleiter

Produktionsassistenz - Aufnahmeleitung – Produktionsleitung

ist unbedingt zu empfehlen.

Es gibt auch den Studiengang Produktion ( z.B. Filmakademie in Ludwigsburg oder an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam). Wer dort keinen Studienplatz bekommt, kann als Alternative ein Betriebswirtschaftsstudium absolvieren; die medienspezifischen Kenntnisse sind dann zusätzlich zu erwerben.

Der Berufseinstieg erfolgt meist über eine Assistenz- Position.

Und dann zählt nur noch Erfahrung, Erfahrung und nochmals Erfahrung.


Zur Aus- und Weiterbildungs- Datenbank
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Literatur Clevé, Bastian (Hg.), Von der Idee zum Film, Produktionsmanagement für Film und Fernsehen, Bleicher, Gerlingen, 1998
Sehr, Peter, Kalkulation (I), Vom Drehbuch zum Drehplan, TR-Verlagsunion, München, 1998 und
Leeb, Hugo, Kalkulation (II), Vom Drehplan zum Budget, TR-Verlagsunion, München, 1998
beides am Fallbeispiel "Die Reise nach Tramitz"


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Fachverbände / Gewerkschaften Bundesverband Produktion e.V., Geschäftsstellen

Hauptgeschäftsstelle München
Domagkstraße 33, Haus 75/I, 80807 München
Tel. 089 / 30 72 62 66, Fax 089 / 30 72 62 67,
E-Mail: info@bv-produktion.de
Internet: www.bv-produktion.de

Büro Hamburg
c/o A.Görding, Eimsbütteler Chaussee 71, 20250 Hamburg,
Tel. 040 / 435212, Fax 040 / 435256, E-Mail: hamburg@bv-produktion.de

Büro Köln – NRW
Gereonskloster 20, 50670 Köln
Tel. 0221 / 1394051, Fax 0221 - 1394052, E-Mail: nrw@bv-produktion.de



IG Medien, Postfach 10 24 51, 70020 Stuttgart,
Tel: 0711-20180, Fax 0711-2018300, Internet: www.igmedien.de

IG Medien, Landesbezirk NRW, Hohenzollernring 85-87, 50672 Köln,
Tel.: 0221 95 14 96 - 0, Fax: 0221 52 81 95,
E-Mail : igmediennrw@t-online.de
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